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Dendemann18.12.2007 // stuttgart – Röhre

Sprachgewalt im Tunnel!

Im vorweihnachtlichen Stuttgart sollte es zum Abschluss des Jahres neben Glühwein und gebrannten Mandeln auch noch gute Rapmusik zu hören geben. Vorgetragen von einem Herren mit Namen Dendemann. Es ist nicht untertrieben, wenn man ihn als einen der besten seiner Klasse bezeichnet und ihn mit dem Prädikat „gestandenes Champions-League-Format“ versieht. Und so dürfte es auch niemanden verwundert haben, dass die Vorfreude auf diesen Abend groß gewesen ist.

Als Beleg dafür diente die prächtige Stimmung in der ausverkauften Stuttgarter Röhre, die nicht nur so heißt, sondern auch eine ist, quasi ein angefangener, aber nicht zu Ende geführter Tunnel, um eine schnellere Verbindung in den Osten der Stadt herzustellen. In diesem schlauchähnlichen Club also, trat Dendemann auf die Bühne und trug seine Reime in gewohnt sehr sauberer und präziser Form vor.

Seine Raps sind von einer schon fast beängstigenden Stärke. Diese Überlegenheit wird einem live nochmals besonders bewusst, weil die Stücke auch im direkten Vortrag nichts von ihrem hohen Niveau verlieren. Sicher liegt dies nicht nur an der guten Songstruktur, sondern auch an der hohen Performancekunst des Dendemann. Was nicht nur für die neueren Werke gilt, sondern auch für die alten Stücke aus der Eins Zwo-Zeit, wie z.B. „Hand aufs Herz“. Gerade die älteren Songs sind es, die in der ganzen Halle Frohsinn unter dem, wenn man den Blickwinkel des Alters heranzieht, gut durchmischten Publikum verbreiten. Alles zusammengenommen ist ein Dendemann-Konzert somit immer ein Hochgenuss. Auffallend angenehm an diesem Mann ist sicher, dass er nicht so oberlehrerhaft daherkommt, wie viele andere HipHop Musiker, die sich nicht in dcr Royal Bunker- oder Aggro Berlin-Ecke sehen wollen und durch einen angeblich höheren Intellekt ihr Produkt abgrenzen möchten. Auch ist er kein Gymnasial-Rapper, wie es beispielsweise beim Münchner Blumentopf der Fall ist. Er hat all dies gar nicht nötig, da seine Musik und die Art wie er sie vorträgt, wie er sich präsentiert ganz klar für ihn sprechen. Die Fangesänge nach gut zwei Stunden hat er sich auf jeden Fall redlich verdient und so stellt sich die Frage nach dem Derbsten ja schon fast gar nicht mehr, oder?

18.12.2007 // thomas
 

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