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Thees Uhlmann14.12.2007 // köln – Blue Shell

Große Erwartungen waren an den Abend mit Thees Uhlmann verbunden. In den vergangenen zwei Jahren soll das Kölner Blue Shell proppe voll gewesen sein, mit langer, ungewohnter Schlange vor der Türe. Dieses Jahr war der Klub schon einige Zeit vor dem Konzert ausverkauft, obwohl sich die Werbung mehr als in Grenzen hielt.

Der Kölner Musiker Jona agiert als Support, unterstützt von Benedikt Filleböck am Keyboard. Nett ist diese Darbietung sicherlich, mit lautem Applaus wird sie belohnt, doch im Gegensatz zu der darauf folgenden Komödie ist sie eher einschläfernd.


Als der Tomte Sänger dann die Bühne betritt sucht er erst einmal geschätzte fünf Minuten nach der Setliste und entleert dabei seine gut gefüllten Hosentaschen. Dieses, von manchen Menschen schon als legendär bezeichnete Konzert, findet stets vor Weihnachten statt und passend zu diesem Anlass verliest der Musiker eine Geschichte über sein Weihnachten als 14-jähriger. Mit zitternder Hand erzählt er von Diskussionen über Politik und Musik mit seinem Vater, zwei aufeinander prallende Welten. Und davon, wie er das erste Mal die Heiligkeit des familiären Weihnachtsfestes durchbrach und „The Wall“ von Pink Floyd im Kino anschaute.

Als der Herr mit der Zahnlücke anfängt zu spielen erkennt man einen Funken Nervosität und viel verbale Kampflust. Die Nervosität äußert sich darin, dass er sich versingt und verspielt, was der Musik jedoch keinen Abbruch tut. Die Kampflust teilt er mit dem Publikum, welches ihm ordentliches Kontra bietet, ihn stichelt und provoziert. Gegen Köln wettert er gewaltig und immer wenn es sich anbietet, denn nicht immer lacht das Publikum, wenn er Witze macht. Man sollte nun aber nicht denken, dadurch wäre die Stimmung verdorben. Im Gegenteil, das Publikum singt begeistert mit und übertönt den Sänger teilweise, der sich in diesen Fällen damit begnügt die Akkorde zu spielen und alles weitere seinen Anhängern zu überlassen. Viele Tomte Hits werden gespielt, keiner wird ausgelassen. Es ist heiß und stickig. Herr Thees trinkt Wein, Bier und Wasser durcheinander, bald bemerkt man eine leichte Beschwipstheit. Er erzählt Geschichten und witzelt herum, steht alleine auf der Bühne und scheint sich köstlich zu amüsieren.

Doch nach knapp zwei Stunden als Alleinentertainer ist genug, ist Schluss. Vorher kündigt er das im Frühjahr erscheinende Kettcar- und im Spätsommer erscheinende neue Tomte Album an. Eine Entschuldigung dafür, dass keine der beiden Bands alle 12 Monate eine brandneue Platte auf den Markt wirft hat er auch parat: um Texte zu schreiben, die berühren, muss man etwas erleben und dafür reichen 12 Monate nicht aus. Gerne beantwortet er solche Fragen. Als niemand mehr etwas fragen will oder sich traut wirft jemand in die Runde: „Was ist der Sinn des Lebens?“ Nach einem Moment Überlegung stellt Herr Uhlmann selbstsicher fest, der Sinn des Lebens wäre sich selbst glücklich zu machen, ohne anderen dabei zu schaden.

14.12.2007 // tamara
 

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