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tele22.11.2007 // köln – Blue Shell

Köln scheint eine Stadt zu sein, in der jeder Klub seine eigene Bestimmung hat. Da liegt es am Booker mit „Geschick und Kalkül“ die passende Location für eine Band auszusuchen. An diesem kalten Donnerstagabend hätte der Ort des Geschehens kein Passenderer sein können.

TELE im Blue Shell, der kleinen blauen Muschel, mit den Winderkids aus London als Support.
Äußerlich, musikalisch und namentlich wären die Winterkids wahrscheinlich eher in skandinavischen Gefilden anzusiedeln, doch sie sind eine der vielen Londoner Bands, die es gerade gibt. Und dennoch anders. Äußerlich sehen sie sehr extrovertiert, sehr nach Indie aus. Die Herren typisch Indie mit Röhrenjeans und spitzen Schuhen, die Dame am Keyboard in goldenem Kleid. Musikalisch sind die Winterkids sehr erfrischend und erinnern an die Tigerbombs, mit beschwingten, leichten Melodien. Es tut gut zu sehen, dass sich in England nicht alles fest gefahren hat und es noch Musiker gibt, die aus den klassischen Indiesounds, die man von der Insel hört, ausbrechen.

Dieser Abend gehörte allerdings einzig Tele und ein wenig subjektive Lobhudelei soll heute erlaubt sein.
Die Bühne des Blue Shell ist nicht riesig, so mussten die sechs Herren zusammenrücken und eine voreingestellte Intimität entstand. Vornehmlich wurden Songs des aktuellen Albums „Wir brauchen nichts“ gespielt, ein paar neue Stücke und wenige ältere.

Im Grunde ist der Zauber dieses Abends nicht wiederzugeben. Die Band, besonders Sänger Francesco und Gitarrist Tobias, hatten unglaublich gute Laune und Spaß am Spielen. An jedem einzelnen Song sah man Francescos Hingabe zu diesem, die Gefühle darin, wie er die Augen zukneift und sich auf den Zehenspitzen windet, das geht nur mit viel Leidenschaft. Während „Unser kleines Haus“ malte er Strichhäuser in die Luft, schien sich dabei ein wenig lächerlich vorzukommen. Als „Mario“ gespielt wurde, sang er nicht nur den bekannten Text, sondern erzählte weiter und weiter, über Mario und wie gerne er ihm helfen würde aber nicht könne, da Mario doch in seinem Song ist. Lauter solcher wunderbaren, intensiven Momente gab es, die Tränen in die Augen schießen ließen.

Die neuen Songs waren voller Energie und Innovation, weder Reproduktion des bereits Gehörten, noch ein verzweifelter Versuch den Erfolg und die Intensität der Vergangenheit fortzuführen. Von den drei neuen Stücken könnte man auf einen roten Faden bei Tele schließen, zwar hört sich jeder weitere Abschnitt ihres musikalischen Charakters neu an, verliert jedoch nie die Hingabe zu ungewöhnlichen Geschichten oder stillen Kritiken an der Gesellschaft.

Die Stimmung seitens des Publikums war gut, zwar hätte die Muschel gefüllter sein können, aber da nach vorne gedrängt wurde, war die Atmosphäre dennoch gut. Die Sperrstunde um 23 Uhr erlaubte es der Band jedoch nicht, so viele Lieder zu spielen, wie sie gerne gehabt hätten und so bildete „Now now now“ den Abschluss eines gelungenen und unvergesslichen Konzertes.

22.11.2007 // tamara
 

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