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Black Mountain25.11.2007 // hamburg – uebel & gefährlich

Kanada! Was hat uns dieses schöne Land nicht schon alles beschert? Außer Holz!? Die Namen Hot Hot Heat, Arcade Fire und natürlich Malajube sprechen für sich und es bedarf wohl keiner weiteren Erläuterungen um die kanadische Musik-Kragenweite zu definieren. Black Mountain kommt nun als nicht ganz neuer kanadischer Export aber mit einer neuen Scheibe um die Ecke. Ihr zweites Album "In the Future" wird im Januar 2008 auch bei uns in den Läden stehen und für nur drei Konzerte zogen sie nun schon einmal durch unsere Lande.

Als Reisebegleitung fungierten Urlaub in Polen und so machten diese im Hamburger Übel & Gefährlich pünktlich den Anfang. Und was für einen! Das Duo schmeißt nur so Ideen um sich und scheint Energie für Zehn zu haben. Stoische, prägnante und vor allem mit Inbrunst geprügelte Drums, ein drückendes Gitarren Brett, dass meist genau zum richtigen Zeitpunkt von freakigen Sounds aus der Noisekiste abgelöst wird und dazu eine effektgeladene, hallige Stimme, die sich mit absoluter Hingabe um das Mirkophon windet. So authentisch dargebotener Noiserock mit elektronischer Finesse musste von den circa 100 Anwesenden gebührend gefeiert werden und die beiden bedankten sich sympathisch mit einem Nachschlag, hinterließen offener Münder, ein Publikum in Bierlaune und die Frage: Was soll da noch kommen?

Black Mountain ließen mit der Antwort nicht lange auf sich warten. Nachdem auch die überdimensionale Keyboardburg verkabelt war, starteten Stephen McBean und seine Mitstreiter/in 80 Minuten Soundkollagen und 70s Riffs.

Songs ihrer noch aktuellen Scheibe ("Black Mountain (2005)) wie "Don´t run our hearts around" und "Druganaut" wurden ebenso krendenzt wie offensichtlich neue Werke, wobei eher Erstere zu den Höhepunkten des Abends zählten. Auch mit den neuen Songs wirft die Band den Blick weiterhin sehnsüchtig zurück in vergangene Jahrzehnte. Von wuchtigen Klangwänden fallen sie abrupt in minimalistische Parts um dann mit monotonen Bassläufen und auf fast krautrockigen Wegen den nächsten Gefühlsausbruch vorzubereiten. McBeans Stimme bekommt Live einen besonderen Stellenwert und mit seiner etwas verbrauchten, bärtigen Gestalt vor Augen füllt sich der Gesang mit Bildern von einem Typen der anscheinend schon so einiges hinter sich hat. Die Authentizität in Person.

Leider stand ihm der Rest der Band einiges in Sachen Ausstrahlung nach. Zwar erwartet man bei einer Band wie Black Mountain keine abgefahrene Entertainmentshow aber der Grad zwischen Zurückhaltung und langer Weile ist oft sehr schmal. Mitsängerin Amber Webber schwenkte eher lustlos als in die Musik versunken den Schellenring und die wenigen Ansagen wirkten eher gezwungen als gewollt. Zur sehr verließen sie sich auf die Wirkung des großen Instrumentalen und ließen zu wenig Platz für die schönen kleinen Melodien. McBean allein konnte den Funken nicht so recht überspringen lassen und so lichteten sich die Reihen im, für diesen Abend etwas zu groß geratenen Übel&Gefährlich noch vor dem letzten Ton. Die Gebliebenen versuchten vergebens noch eine Zugabe zu erjubeln aber nach dem Superlativ eines pompösen und dramatischen Orgelfinales hätte die wohl auch nicht mehr gepasst.

25.11.2007 // flos
 

Ein Kommentar

michel am 30.11.2007 um 15:05 UHR

ich war auch auf dem Konzert, schade dass es so leer war!
außer Euerm hab ich bis jetzt auch nur einen review gefunden.
http://www.whiskey-soda.de/story.php?id=18789

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