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Bloc Party16.11.2007 // Stuttgart – Theaterhaus Feuerbach

Kein Alarm!

Dieter Thomas Heck hätte seine Freude gehabt an diesem Abend im Norden Stuttgarts. Der gut gefüllte Raum des modernen Theaterhauses im Stadtteil Feuerbach klatschte ganz im Sinne von Heck rhythmisch zu den dort vorgetragen Klängen. Vielleicht wäre es nicht ganz seine Musikrichtung gewesen, aber dieses ständige in die Hände klatschen hätte ihn schon sehr stark an seine ZDF-Hitparade erinnert.

Nun aber der Reihe nach: Nach einer längeren Umbaupause mit Euro- Dancefloor-Beschallung aus den neunziger Jahren oder wie "damals" oft despektierlich "Karstadt-Techno" genannt, wurde das Set unter großem Getöse des Publikums angestimmt.

Die Briten um Kele Okereke haben zweifelsohne viele Stücke mit Hitcharakter in ihrem Fundus. Leider wurde schnell klar, dass dies nicht immer ausreicht, um ein wirklich befriedigendes Konzert abliefern zu können. Insbesondere in Zeiten hoher Eintrittspreise für Konzerte erwartet man mehr von einem Auftritt als das schlichte herunterspielen der Songs. Wobei die Tracks von Bloc Party grundsätzlich mit dem Problem behaftet sind keine immens hohe Durchschlagskraft zu besitzen, mit der sie eine Halle in völlige Ekstase versetzen könnten. Sicher handelt es sich um gutes Material, aber live wirkt es, einfach nur abgespult, auf Dauer dann doch irgendwie ein bisschen fad.

Eine derart große Platte, wie sie Bloc Party mit "Silent Alarm" veröffentlicht haben, entsteht nur sehr selten. Wenige Songs sind so gut, wie "Banquet" oder "Helicopter". Und auch der Nachfolger "A Weekend In The City" ist hörenswert, aber reicht dies für ein unvergessliches Konzert aus?

Bloc Party eilt der Ruf voraus, dass sie ihr Publikum in jeder Sekunde pushen, ihm kaum Ruhe geben. Eingefleischte Fans werden es wohl so empfinden. Besucher, die nicht ganz so parteiisch in das Theaterhaus gekommen sind, wohl eher nicht.

Ein weiterer Punkt, der gern mit Bloc Party in Verbindung gebracht wird, ist ein ständiges Bemühen um Fortschritt. Für ihre Alben trifft dies sicher ohne weiteres zu, wenn man Fortschritt mit konsequenter Weiterentwicklung gleichsetzt. Ihre Performance auf der Bühne ist leider nicht sonderlich revolutionär.

Unterm Strich kann man sagen, dass es sich nicht um ein gänzlich schwaches Konzert gehandelt hat. Vielmehr war es durchschnittlich, gewöhnlich. Gute Songs, gut gelaunte Band, aufgeschlossenes Publikum, zwei Zugaben, alles sehr nett, aber irgendwie zu glatt. Vielleicht hätte Dieter Thomas Heck die Meute zum Klatschen animieren sollen oder es war nur das sprichwörtliche "Salz in der Suppe", was an diesem kühlen Novemberabend fehlte.

16.11.2007 // thomas
 

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