Logo

This Mess is Mine & Hungry Hungry Ghost31.10.2007 // greifswald – Klex

Halloween ist doch scheisse.

Hierzulande war das ja mal alles anders. Am 31.10 hat man sich einfach gefreut, dass es einen Tag frei gab und das wars auch schon. Warum jetzt genau, wusste niemand, aber das war auch nicht schlimm. Heute ist das nicht mehr Reformationstag, es ist Halloween. Warum, weiß immer noch keiner, aber Halloween ist ja wohl nervtötend in seiner Perfektion.

Kleine blöde Kinder laufen in hässlichen, lieblosen Kostümen (Teufel, Hexe, Kürbis) von Kik oder einer anderen geschmacksvernichtenden Einrichtung herum und nerven rechtschaffende Bürger mit penetranter, dummdreister Bettelei, nur um konsequent der Adipositas zu frönen. Da will man doch wirklich nur noch schubsen.

Mit diesen Gedanken radele ich durch das abendliche Greifswald auf dem Weg ins Klex. Hier findet nämlich mal was Gutes statt heute. Zwei Bands treten auf, um über diese Kinder- Tragödie hinweg zu trösten. Vielleicht, höchst wahrscheinlich sehe nur ich das so, aber Fakt ist, dass sie auftreten werden!

Im Klex angekommen folgt der nächste Schlag: Nichtraucherzone.
Überall.
Für immer.
Damit komme ich immer noch besser klar, als mit den kleinen Kindern und die lassen sich glücklicherweise nicht blicken.

Als erste Band kommt der Berliner Lars Kranholdt als This Mess is Mine auf die Bühne. Kranholdt ist eigentlich Mitglied der Gruppe Leander und hatte eigentlich nie geplant, mit seinem Soloprojekt jemals live zu spielen. Das Konzert im Klex war sein Auftakt zur Viertage- Minitour und dementsprechend eine richtige Live- Premiere. Ganz alleine hat er sich dann doch nicht getraut und seinen Schlagzeuger Robert mit auf die Bühne genommen.
Das hat sich auch durchaus gelohnt.

This Mess is Mine überzeugte das Publikum mit minimalistischem Pop- Folk und schönen Melodien. Die Nervosität von Lars war unbegründet, aber auch sympathisch, was für schöne Musik aus so einem temporär wirren Kopf kommen kann! This Mess is Mine lässt sich seit neuestem übrigens auch auf EP hören. Im Netz könnt ihr die fünf märchenhaften Tracks runterladen. Und zwar kostenlos und zwar hier

Abgesehen von den beiden Coverversionen erfüllten alle Stücke der EP den Raum. Aber seht selbst:

1 - dear
2 - family tree burning
3 - thief
4 - there is a light that never goes out (smiths cover)
5 - hend
6 - no fog
7 - hide and sleep (leander cover)
8 - roommates

Nach einer kurzen Umbaupause füllt sich die Bühne etwas mehr. Hungry Hungry Ghost, die zweite Band des Abends, bestehen aus fünf Personen. Normalerweise sind es vier Jungs und eine junge Dame. Heute Abend besteht die Band allerdings aus einem Auto, einem Hund (der während des Konzerts sehr schwitzt), einer Katze, einem undefinierbaren Ding aus Pappe mit grüner Plastikmütze und einem Schlagzeuger, der sich als Schlagzeuger mit Cäppi verkleidet hat. Halloween sei Dank. Ich beschließe, einfach mal darüber hinweg zu sehen und höre auch über den bescheuerten Halloweenwitz von dem treudoofen Musikhund Sven hinweg.

Das klappt ganz gut, denn die Musik der auf den ersten Blick wirklich urkomischen Band ist besser als ihre Kostüme.

Das neue Album von Hungry Hungry Ghost ist der Grund für die Tournee und es lässt sich durchaus hören. Auf Platte noch ein bisschen besser als Live, denn in dem Soundgestöber eines Konzerts geht schon mal eine Feinheit verloren, wie beispielsweise das wunderschöne Akkordeon oder die mehrstimmlichen Einsätze der Band. Aber einige Patzer oder verspätete Einsätze kommen durch den Sound bei einem Konzert ja auch meistens nicht so sehr zur Geltung und somit ist doch alles wieder gut. Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht, Hungry Hungry Ghost haben einen guten, witzigen Auftritt abgeliefert und ich bin sogar der festen Überzeugung, dass sie dies auch ohne Kostüme geschafft hätten!

Setlist: Hungry Hungry Ghost

1 - time machines
2 - complimentary maps
3 - sleeping english
4 - hundred yard
5 - reach
6 - made of iron
7 - blind
8 - the magpie
9 - oh love song
10 - bonhauser allee
11 - seldom am I
12 - blue dot
13 - escape to witch mtn.
14 - exploder
15 - pilot to capitalism

Um kurz nach eins ist der ganze Zauber vorbei. Es folgt eine Indie- disco der besseren Art mit dem Knäcke Kollektief hinter den Plattentellern. Die meisten Gäste sind nur leider schon viel zu müde und machen sich auf den Heimweg. Glücklich und erfüllt von der guten Musik zweier unterschiedlicher Bands.

31.10.2007 // karina
 

Ein Kommentar

josef am 07.11.2007 um 19:54 UHR

ach ja das klex in greifswald. netter laden.. nette leute.. und nun mit den neuen gesetzen in mv auch nichtraucherladen hihi, yeah!

Kommentar abgeben

 
 
 
 
 
Kommentar absenden
 

Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.

 
 
Real Time Web Analytics