reeperbahnfestival 200729.09.2007 // hamburg – reeperbahn
zack, und schon wieder ein jahr vorbei. das zweite "reeperbahnfestival" stand an und ich habe hier unserer ausflüge in die clubs der hanse protokolliert.
donnerstag, 27.09
Der erste abend gehörte ganz dem devil duck labelabend in der prinzenbar. die prinzenbar ist das "hinterhofwohnzimmer" vom d-club (docks). als erstes spielten siva aus berlin. Normal zu viert - heute aber nur zu zweit. Trotz 50% besetzung haben sie mit melancholiegefrickeltem radiokopfnotwist sound 100% überzeugt. Schöner ruhiger einstieg in diesen abend.
Die nächste kombo wurde als eine der explosivsten und besten livebands angekündigt - mr. brown aus hamburg. diese vier jungs hatten vor dem auftritt aber eher explosiv ins glas geschaut. Zumindest kam es mir so vor. neben den übertriebenen moster-magnet-posings erinnerte die musik an den proberaum der hives, so vor 28 jahren. Der mitgebrachten crowd (sie hatten ja ein heimspiel) machte das natürlich nichts aus und brüllte textsicher mit. Bis auf den drittletzten (oder war es der vorletzte?) song haben sie mich musikalisch nicht überzeugt. Vielleicht lag es auch an der starken antisympathie, die sie von anfang an ausgestrahlt hatten. Egal, ist jetzt eh vorbei.
Jetzt kam aber wieder sympathie auf die bühne. der new yorker eric elbogen mit keyboardfrau nouela johnston aus seattle aka. say hi ohne "to your mom" versüssten den weiteren abend mit allerfeinsten lofi-indie-pop gepaart mit schicken keyboardeinlagen. Ein richtig schönes "winterkonzert" - passend zum pisswetter da draussen. Sehr schön wars.
Den grandiosen abschluss bescherten uns die bärtigen kollegen von friska viljor. Wow, selten so eine band erlebt, die so eine positive ausstrahlung hat wie diese fünf schweden. Man kann es kaum in worte fassen, wie sie jedem in der prinzenbar ein lächeln auf die lippen gezaubert hatten. Ich wiederhole mich ungern, aber es war einfach grandios. Und leider auch nach knapp einer stunde vorbei. Aber so konnte ich später mit "shotgun sister", die sich in meinen gehirnrinde festgesetzt hatte glücklich einschlummern... gute nacht hamburg.
freitag, 28.09
Uff, schon 18uhr. Schnell zum spielbudenplatz huschen - da spielt gleich friedemann weise - der "jack johnson auf hartz4", heisst es. Er kam mit ein wenig verspätung an, da auf dem highway mal wieder die hölle los war. Leider hat der regen das publikum verscheucht und friedemann hatte zwar alles versucht, aber es leider nicht gschafft die sonne rauszulocken. Aber die gelbe drecksau wollte einfach nicht oder hatte einfach nur angst vor seinen dicken wursthaaren. War dann aber auch leider sehr schnell vorbei. Schade & Pies friedeman.
Wie schon am ersten abend, verblieben wir auch am Freitag nur in einer lokalität. Rein in den bunker, mit dem aufzug in den 4. Stock - schon standen wir im übel&gefählich. Das wir schon etwas spät dran waren, empfing uns schon beim eintreten anna ternheims bezaubernde stimme. Ausgestattet mit springerstiefeln (irgendwie passte das gar nicht) und ihrer klampfe verzauberte sie uns noch eine weitere dreiviertel stunde mit ihrer großartigen stimme. Ein gelungener auftakt im übel&gefählich.
Auf den boden der tatsachen wurden wir mit den ersten klängen der (International) Noise Conspiracy geholt. Teilweise wirklich noise, im warsten sinne des wortes. Hatte die (hej, schon wieder) schweden irgendwie besser in erinnerung. Vielleicht werde ich alt?! Aber so wie das publikum abgegangen ist, müssen sie dann wohl auch irgendwie "gut" gewesen sein... hmm, vielleicht hätte nur mehr astra geholfen? Ok, das nächste mal.
Jetzt erstmal wieder etwas ruhiger angehen lassen. Jetzt kamen die stars um amy millan. Ja, die waren schon gut. Sehr gut sogar. Das war alles andere als "noise" - das war eine wohltat für die geschädigten ohren. Melodischer indiepop vom feinsten. Aber was erzähle ich da...
jetzt aber schnell neues bier holen, ein kurzer besuch in der Porzellanabteilung und auf the ark warten...
und schon sind sie da. die ersten takte von "Clamour For Glamour" ließen die meute ausflippen. Zumindest die ersten 10-13 reihen... diese ersten 2 minuten zeigten schon, wie der weitere verlauf des abends sein sollte. Für die einen glamrockbullshit erster güte, für die anderen eine großartige rockshow. Meister "bauchfrei" wirbelte auf der bühne rum und sang... und wirbelte und sang, wirbelte und zog sich seine häßliche, fransenbesetzte lederjacke (mit einem gestickten tigerkopf hinten drauf) aus und sang und wirbelte... und wenn er nicht gestorben ist, wirbelt er immer noch da oben im 4. Stock herum. Eine ganze halbe stunde haben wir uns das glamtakel angesehen - dann war es aber genug. Puhh, jetzt ist mir aber schwindelig - ab ins bett. Gute nacht hamburg
samstag, 29.09
Den letzten abend verbrachten wir im d-club (der große bruder der prinzenbar). zwei unscheinbare typen auf der bühne feilten noch an ihrem soundcheck. Wie sich herausstellt waren es johnossi (und schon wieder mal) aus schweden. Schnell ein Bier bestellt und dann kann es losgehen. Tut es dann auch. Verdammt, die sind nur zu zweit und gehen so ab?! Sie gaben sogar ein kleines nirvana-medley zum besten - großartig. Gitarre und schlagzeug, john und ossi, sehr und gut.
Danach kamen die raveonettes, die ich davor nur vom namen her kannte. Im nachhinein muss ich sagen, leider. Verdammt, die waren so richtig gut. Vielleicht lag es auch daran, dass ich ohne jegliche erwartung an dieses konzert heranhing. Dieser velvet undergroundige, ladytrongeschwängerte sound gepaart mit dieser etwas "mystischen" stimmung passte einfach perfekt zusammen. Großartig war es.
Unser letztes konzert auf dem reeperbahnfestival sollte frau natural born killer juliette lewis mit ihren licks sein. Das Licht geht aus. gekreische. Juliette kommt raus. Noch mehr gekreische. Und dann geht die alte ab als hätte sie ein acidzäpfchen in ihrem po. Wenn die musik nur nicht so ein mist wäre. Die show ist wirklich sehenswert - aber dieser prollrockbullshit. Nein danke.
Nach ca einer halben stunde verlassen wir den d-club und tigern rüber in die prinzenbar. hier hatten gerade frankreich muss bis polen reichen angefangen zu raven. Im reeperbahn-pocket-guide steht, dass sie "flugabwehrraketen" in ihren bäuchen haben - stimmt nicht, da steckt ganz vietnam drin. Der perfekte abschluss mit Supertrashrave und viel konfetti. Mit dem beat der maskenmänner werden jetzt noch die letzten schlücke aus der astraflasche gesaugt und sich langsam auf den heimweg vorbereitet... zum letzten mal gute nacht, hamburg.
Für alle nicht-hamburger: die hanse ist ja immer eine reise wert - aber wenn ihr es irgendwie geht, plant euren ausflug ende september.





















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