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art brut21.09.2007 // münchen – elserhalle

punkrock ist nicht tot!

in der nicht ganz ausverkauften münchner elserhalle wartet man geduldig auf die britischen indie-rocker von art brut. jene band, die sicher auch zu der voluminösen menge an bands der zweiten brit-pop- welle der letzten dreißig jahre zu zählen ist. und wie so oft wird auch diese band stark von ihrem sänger geprägt. art brut lebt von frontmann eddie argos. er zeichnet mit seiner art des (sprech-) gesangs die musik aus. ohne ihn wäre art brut eine unauffällige und wahrscheinlich lange nicht so erfolgreiche band. besonders interessant ist seine inszenierung: argos fragt mit befehlendem unterton regelmäßig, ob art brut bereit sei. offensichtlich ist ihm absolut bewusst, dass er das entscheidende element im gefüge der briten ist. was für die zuschauer sehr amüsant ist und für die band hoffentlich auch. allerdings bemühen sich die beiden gitarristen ian catskilkin und jasper future mit reichen Gesten darum, auch etwas von der Aufmerksamkeit abzubekommen. bassistin freddy feedback bleibt dagegen mit drummer mikey breyer angenehm dezent im hintergrund.

die musik von art brut ist sehr reduziert und trotzdem mitreißend. das repertoire ist nicht sonderlich üppig, aber ausreichend um eine gute stunde plus einer knappen zugabe, inklusive dem übersong „direct hit“, spielen zu können.

insbesondere die songs „st. pauli“, „nag nag nag“, „moving to l.a.“ und „my little brother“ funktionieren live sehr gut. leider ist der auftritt der band an und für sich mit wenigen besonderheiten gespickt. alles wird irgendwie abgespult. sogar als auf der bühne die lebendigkeit des punkrocks beschworen wird. der punkrock, im sinne von art brut, ist nicht tot. aus dem einfachen grund, weil sänger eddie mit seiner nicht-stimme und dem rest der band einen herzerfrischenden suffpop spielt und punkrock schon lange kein politisches statement mehr darstellt, sondern sich wunderbar zum grölen eignet, leider auch ohne tieferen inhalt.

was nehmen wir mit? das art brut nicht nur eine tolle erste ("bang bang rock and roll“), sondern auch eine wirklich tolle zweite platte („its a bit complicated“) gemacht haben, dass das konzept des auftritts „lieber kurz und knapp“ den eindruck eines eher schwächeren konzertes von art brut leider nicht verhindern konnte, man aber trotzdem ohne faden beigeschmack nach hause ging. are you ready art brut?

21.09.2007 // thomas
 

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