Yeah Yeah YeahsBerlin, Columbiahalle

von Annett Bonkowski · 06.05.2013

woher karen o. diesen sichtbaren adrenalinrausch nimmt, den sie durchgängig bei den konzerten der yeah yeah yeahs versprüht, bleibt ungewiss. sicher ist aber, dass die als krawallmieze bekannte sängerin jeden ihrer auftritte mit einer unbändigen freude und körperlichen ekstase füllt bis der letzte ton verklungen ist. bis das berliner publikum in diesen genuss kam, musste es allerdings erst einmal den support bosnian rainbows über sich ergehen lassen. die gute musikalische präsenz stellte keine hürde da, das benehmen von sängerin teri gender bender kann allerdings als fragwürdig eingestuft werden, wirkte diese doch wie eine mischung aus rumpelstilzchen und beschwipster ballerina mit voller blase, die auf teufel komm raus exzentrisch sein wollte, aber dabei nicht einen hauch von authentizität erkennen ließ. die band rund um das ehemalige mars volta mitglied omar rodríguez-lópez hingegen konnte durch das klanglich enge und dynamische zusammenspiel überzeugen und hatte verkappte punk-attitüden dieser art überhaupt nicht nötig.

das wirkliche festspiel konnte beginnen als die yeah yeah yeahs mit dem opener „gold lion“ wenig später ein aufreibendes set einläuteten, das selbst in den stilleren momenten wie bei „subway“ oder dem liebling „maps“ fesselnd war. dennoch hangelten sich die aufsässigen new yorker in sachen setlist vorrangig an den kleinen und großen song-explosionen entlang, für die sie seit jeher bekannt sind. für die yeah yeah yeahs gilt seit jahren das motto „ nicht kleckern, sondern klotzen!“ und so erlebten die zuschauer in der columbiahalle eine show, die sich nicht damit zufrieden gab halbe sachen zu machen. allen voran packte karen o. die menge bei den ohren und schüttelte sie auch dank der eigenen ausgelassenheit mehr als einmal kräftig durch.

für das musikalische erlebnis allein reicht das druckvolle spiel und der persönliche einsatz von jedem bandmitglied aus, um für glückliche gesichter im zuschauerraum zu sorgen. der unterhaltungsfaktor wird dadurch aber nicht ausschließlich bedient, so dass die band ihre show mit gezielten konfetti-explosionen auf knopfdruck noch bunter werden ließ und sich dabei glitzernde „Y‘s“ den weg auf die köpfe der ersten reihen bahnten, nur um dort von zappelnden körpern erneut aufgewirbelt zu werden. zudem bot eine gewohnt quirlige karen o. in einem roten western-outfit mit zebra-umhang und krone den ganzen abend über eine auswahl aus ihrem fulminanten posen-katalog, der schier unerschöpflich zu sein scheint. wer so viel einsatz zeigt, trägt die krone zurecht und darf als queen of rebellion betitelt werden, auch wenn die häufig in die luft gespuckten wasserfontänen ihrerseits wenig königlichen charakter hatten.

wie passend, dass das neue album „mosquito“ heisst - sticht und beisst die band doch gerade live um sich wie es ihr passt und stachelt das publikum damit bis in die letzten reihen an, so dass musikalische kampfansagen wie „heads will roll“ oder zugaben wie „date with the night“ und „tick“ keinerlei aufforderung gebrauchen, um sich auch im zuschauerraum zu entladen. bei „maps“, dem wohl emotionalsten moment des abends, wurde aber auch eine karen o. für einen augenblick weich, widmete den songs als kleine liebeserklärung berlin und den fans und bohrte sich am ende zu den worten „they don‘t love you like i love you“ das mikrofon voller inbrunst ins herz. nach vierzehn songs war dann aber doch schluss und eine leicht erschöpfte karen o. zog sich strahlend hinter die bühne zurück während ihr bandkollege nick zinner als andenken fotos von der menge schoss und brian chase freudig wie ein lottogewinner von der bühne hüpfte.

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