The Jon Spencer Blues ExplosionBerlin, Heimathafen

von Annett Bonkowski · 01.05.2013

der 1. mai wird seit jahren zum krawall-tag auserkoren. statt chaoten, die steine schmeissen, gab es aber zum glück auch einen haufen leute, die sich viel lieber mit krawall musikalischer natur auseinandersetzen und sich dafür bei einbruch der dunkelheit zum heimathafen neukölln aufmachten. the jon spencer blues explosion hatten eingeladen, um den anwesenden mit lauten gitarren und bissigen drums einen satz heisse ohren zu verpassen. während draussen auf den straßen berlins die konfrontation mit den grünen uniformen gesucht wurde, musste man drinnen allerhöchstens vor einer angriffslustigen ladung rock'n'roll mit blues-einschlägen in deckung gehen.

dass man auch als trio gehörigen lärm machen kann, bewies die band dabei knappe eineinhalb stunden am stück. verschnaufpausen fehlanzeige. ebenso wie anzeichen von müdigkeit, egal wie sehr der schweiss den drei herren von den gesichtern tropfte. druckvoll und stets in lauerstellung fegte das trio aus new york city durch das set, das in sachen spielwütigkeit darauf ausgelegt zu sein schien jeden song wie das große finale wirken zu lassen. eine einstellung, die die energiekurve der band, aber auch die des publikums konstant bei laune hielt und durchgehend anstachelte, so dass jeder song kampfeslustig aufgenommen wurde. die setlist dank der spielerischen hingabe vor allem eine physische herausforderung, die aber ebenso zum rock'n'roll dazu gehört wie das musikalische ausrufezeichen, das mit großer intensität hinter jeden gespielten song gesetzt wird.

zeit für ansagen zwischen den songs blieb kaum und wenn dann fauchte sänger jon spencer gerne ein langgezogenes "blues explosion!" in den raum bis auch die letzten winkel des heimathafens seine worte wahrgenommen hatten. ebenso wie auf den einsatz eines basses verzichtet die band auch auf jegliche spielereien jenseits der rock'n'roll grundpfeiler und blieb ihrem bodenständigen image treu sich ganz und gar dem ursprünglichen funken des blues-rock zu verschreiben, allen verlockungen zum trotz. auch ihr auftritt in berlin zeugte davon, dass es im besten fall wirklich nicht mehr als zwei gitarren und ein schlagzeug braucht, um die bühnenbretter zum beben zu bringen und das publikum in eine angenehme form von angst und schrecken zu versetzen bis sich ihnen die haare auf den armen selbst unter den lederjacken aufstellen. statt zertrümmerter instrumente endete der ungehobelte, laute abend dann in einem ausgiebigen und versöhnlichen händeschütteln von seiten der band. da kann noel gallagher noch so oft singen "don't put your life in the hands of a rock'n'roll band who'll trow it all away…" - für momente wie diese lassen wir uns gerne von aufbrausenden rock-veteranen an die hand nehmen. auf eigene gefahr.

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