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mit, Uffie mit Featz und Mediengruppe Telekommander16.08.2007 // köln – gloria

Es gibt immer Phasen, in denen man mit einer durchwachsenen Gruppe Menschen zusammen ist. Verschiedene Freundeskreise und Interessen führen automatisch zu unterschiedlichen Musikgeschmäckern. Ich erinnere mich, einer solchen Gruppe die erste EP eines Kölner Elektrotrios vorgespielt zu haben. Von den 13 anwesenden Person sahen 12 mich mit großen Augen an und schienen sich zu fragen, ob ich nun so verrückt, wie die Musik aus der herunter gekommenen Tragbaren-Uralt-Stereo war. Die Band heißt MIT, und nein, ich bin nicht durchgeknallt.

So kennt man die drei sympathischen Jungs, aufgedreht und wirr, voller Energie. Doch das soll sich ändern, wie mir die multikulturelle Bande vor einigen Wochen erzählte. Und heute Abend im Gloria fand die Premiere dessen statt, was sich wohl erwachsen werden nennt.

Als Mit die Bühne betreten, alle drei jeweils in dunkler Jeans und schickem Hemd, stellt sich leider schnell heraus, dass Sänger Edi´s Bass nicht mehr viel hergibt. Nach einem Lied will er nicht mehr tönen und da der kleine Pandabär das Plek vergaß, ist sein Finger blutverschmiert. Dann spielt man das zweigeteilte Set eben ohne den Live-Bass. Zunächst werden die bekannten Lieder der beiden EPs gespielt. Hört sich anders an als sonst. Tamer an den Synthies ist auf einmal auch Herr von zwei großen TomToms.

Als dann Töne zu vernehmen sind, die man vorher noch nicht hörte und die sich auch nicht nach klassisch MIT anhören, wird man hellhörig. Ein gesetzter Sound, mit schweren Trommeln, teilweise lethargisch und vor allem ohne jegliche Überdrehtheit. Man sieht herüber zu Tamer, nachdem man die Augen vom springenden Edi genommen hat, sieht irgendwie erwachsen aus, der Junge. Der Blick wandert zu Felix am Schlagzeug, irgendwie reifer. Die Aufmerksamkeit widmet sich wieder der Musik: erwachsen klingt sie. Weniger jugendlich-experimentell, eher gereift und kontrolliert. Da muss man sich dann erst mal dran gewöhnen. Doch nach wenigen Songs weiß man, dass es gefällt. Als das Set zu Ende ist klatscht man laut, weil zwar das Verrückte vermisst, aber das Neue genauso geliebt werden wird.

Ein Absatz ist MIT hier gewidmet worden, dabei waren sie bloß Support für Uffie. Uffie, die kokette Dame aus Frankreich, die man zumindest aus diversen Remixen kennt, bringt, schon bevor sie die Bühne betritt, die Menge zu kochen. Sex sells, Madame ist "ready to fuck". Sie betritt die Bühne in Leggins, mit weitem Oberteil und klobigen Schuhen. Am Anfang ist sie wirklich unterhaltsam. So zwei Lieder lang, danach langweilt sie. Immer gleicher Sound, immer gleicher Blick, gleiche Posen, kann die Frau auch noch mehr? Selbstredend! Mit den immer gleichen Bewegungen versuchen, sexy zu wirken und dabei wie eine unartige Grundschullehrerin zu wirken. Das mag jetzt gemein klingen, entspricht aber leider dem Gesehenen. Die Menge aber kocht und ist nicht mehr zu halten. Da macht die Schönheit aus Miami jedoch den Fehler das Publikum auf die Bühne zu lassen. Erst ein paar Crowdsurfer, aber nach ein paar wenigen Liedern muss die Security eingreifen. Und Uffie verschwindet, überlässt das Feld ihrem Mitbringsel, Featz. Der legt dann noch so einiges auf und überzeugt, macht wett, was Uffie verpatzte.

Es muss jedoch zugegeben werden, dass ich hohe Erwartungen hatte, so was kann ja selten erfüllt werden. Die 17-jährigen Indie-Kinder stehen auf sie, das muss reichen.

Zuletzt gibt sich die Mediengruppe Telekommander die Ehre. Eine Band, die ich vor ein paar Jahren noch deutlich unterschätze, eine Zeit lang phantastisch fand und heute Abend leider schon fast langweilig. Ihre Art ist super, Texte und Musik ebenfalls, und wenn man sie zum ersten oder zweiten Mal sieht, ist man hin und weg. War ich ja auch. Doch wenn man die Abfolge ihrer Konzerte schon auswendig kennt, und sich nichts zu ändern scheint, dann ist das ein wenig traurig. Trotzdem versprühen die beiden Esprit, egal ob mit Bass und Gitarre vor die Brust geschnallt, oder danach in silbernen Blaumännern. Die Stimmung ist wie immer gut, die Musik ergreift und die Mediengruppe erfreut sich sichtlich am Publikum. So ist es auch richtig, verdient. Nur etwas mehr Abwechslung bitte.

16.08.2007 // tamara
 

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