StereophonicsBerlin, Kesselhaus

von Annett Bonkowski · 12.03.2013

eins ist fakt - die lederjacken sitzen noch genauso locker auf den schultern wie zu beginn ihrer karriere anfang der neunziger und das rock'n'roll-einmal-eins beherrschen die waliser ebenfalls im schlaf. trotz der mittlerweile acht studioalben, unzähligen touren und der einen oder anderen veränderung im line-up der band ist sowohl die musikalische ausrichtung als auch die äusserliche erscheinung der stereophonics so wenig eingestaubt wie ihre live-rückkehr mit dem neuen album »graffiti on the train«, welches das quartett diese woche für das vorerst einzige konzert in deutschland nach berlin führte.

im vereinigten königreich muss die band jedes mal auf's neue riesige hallen für ihre konzerte buchen, das berliner publikum brauchte dank der club-atmosphäre nicht das fernglas zücken, um das geschehen auf der bühne mitzuverfolgen. gewohnt direkt legten kelly jones und seine bandkollegen dann auch mit einem blick in die eigene vergangenheit los und eröffneten den abend mit einer gepfefferten version ihres songs »the bartender and the thief«. ein erster hitziger und lauter vorgeschmack auf das, was die setlist mit den insgesamt 22 songs noch für die zuschauer bereithalten sollte.

es gibt diejenigen, die von einer rockband nur laut aufjaulende gitarrensaiten und brachiale drums erwarten und diejenigen, die auch bei der einen oder anderen eingestreuten ballade nicht die mundwinkel verziehen. bei den angerückten stereophonics fans ist die schnittmenge des letzteren falls eindeutig maßgeblich. so laß sich die setlist des abends wie ein großer cut durch die lange karriere der band und sorgte mit stücken wie »mr writer«, »just looking«, »could you be the one?« oder dem krönenden finale »dakota« für andauernde ausgelassenheit im zuschauerraum. die walisische flagge wurde in den vorderen reihen geschwenkt, kleine gruppen von freunden lagen sich in den armen und sangen lauthals mit und die mädchen durften bei den balladen wie »no-one's perfect« guten gewissens ein wenig mitschmachten.

aller alten hits zum trotz versäumte es die band aber nicht dem angekündigten release-konzert mit einer reihe von neuen songs den stempel aufzudrücken. um genau zu sein präsentierten die waliser das vollständige songmaterial ihres anfang märz erschienenen albums »graffiti on the train« und wagten dabei laut eigener aussage sogar ausflüge ins blues-genre (»been caught cheating«). etwas poppiger und eingängiger wirkte dagegen die erste single-auskopplung »indian summer« sowie die erste zugabe des abends »we share the same sun«. die einbettung der neuen songs inmitten bekannter stücke funktionierte völlig problemlos und war ein weiteres indiz dafür, dass die stereophonics noch lange nicht zum alten eisen im rock-business gehören.

erst gegen ende der show zeigten sich beim einfach nicht älter werdenden kelly jones kleine lachfalten um die augen, als dieser sich mit dem rest der band während »have a nice day« prächtig zu amüsieren schien und die ernste rocker-attitüde für einen moment der heiterkeit wich. im herbst will das quartett wiederkommen und darf sich angesichts des kleinen triumphzugs vor dem berliner publikum sicherlich wieder eines vollen hauses erfreuen.

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