WoodpigeonBerlin, Privatclub

von Annett Bonkowski · 10.03.2013

vom wirbeln der schneeflocken draussen vor der tür war im warmen privatclub an diesem sonntag abend nichts zu merken. ganz unbemerkt ging die eiseskälte nur ein paar meter weiter aber nicht an den anwesenden vorbei, begrüßte mark andrew hamilton aka woodpigeon die überschaubare anzahl an zuhörern doch mit einem "hello cold berlin!". so mussten eben die zum besten gegebenen songs die kalten ohren wärmen und hüllten gleichermaßen die herzen in einen wohlig warmen mantel aus leichter melancholie und sanften klängen der akustikgitarre. das equipment mochte auf den ersten blick mit einer gitarre und zwei mikrofonen nicht viel hergeben, doch nutzte woodpigeon diese simplizität und ließ sie durch das zusätzliche aufnehmen und abspielen von gesangsmelodien sowie akkorden ab und zu zu einem größeren klanggebilde heranwachsen. jedoch nicht, ohne das unmittelbar transportierte gefühl der intimität darunter zu begraben.

die tatsache, dass das spärliche publikum am rande der auf den raum fallenenden lichtkegel verharrte und dadurch von der bühne aus fast unsichtbar erscheinen musste, wurde scherzhaft vom kanadier kommentiert und schien diesen nicht in geringster weise zu verunsichern oder gar aus der ruhe zu bringen. auch wenn in seiner ansage ein wenig ironie mitschwang, dass das auf der bühne angebrachte dutzend scheinwerfer wohl mit der anzahl der personen im raum übereinstimmen würde - man hätte die darin mitschwingende wahrheit zugunsten des sympathischen auftretens von woodpigeon und der qualität seiner songs gerne ausgeblendet oder zumindest in ein positiveres licht gerückt.

so blieb es nur ein paar ausgewählten fans vorbehalten auch neue stücke wie »as read in the pine bluff commercial« seines vor kurzem erschienenen albums »thumbtacks and glue« zu hören. noch viel aktuteller wurde es dann gegen ende des sets als hamilton ein stück ankündigte, das gerade einmal drei wochen alt war. durch einen trip nach island und die dortigen straßenverhältnisse inspiriert, thematisierte der song die dadurch häufig entstehenden unfälle, aber vermied es sich allzu sehr in der entstandenen dramatik zu verwickeln. wenn schon eingewickelt, dann höchstens in einen dicken wollpullover, den sich woodpigeon bei seinem abstecher nach island gönnte und stolz präsentierte. leider viel zu kurz durften die zuschauer der in sich ruhenden stimme des bärtigen mittlerweile wahl-wieners zuhören, dauerte das konzert doch nur knappe 40 minuten, wodurch die schönsten momente am ende zu schnell verpufften. beim nächsten besuch in berlin wird es dann hoffentlich länger dauern bis die gitarre wieder im koffer verschwindet und das licht angeht.

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