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the Gossip31.08.2007 // münchen – atomic cafe

auf der durchreise

vor dem club steht ein bus. ein schwarzer bus. ein nightliner. könnte ein tourbus sein. so ein bus, mit dem echte stars durch die gegend fahren. kennt man ja, die nummer. der bus vor dem atomic cafè könnte aber auch ein touristenbus sein. so einer, der junge leute in die metropolen europas kutschiert. marke rainbow tours. obwohl, dafür ist er womöglich zu komfortabel. diese touristenteile für junge leute sind ja, wie wir aus ferienlagerzeiten wissen, nicht so dolle.

außerdem stehen da auch eine handvoll durchaus interessanter leute, die heute abend ein konzert von the gossip sehen möchten. man kommt sich vor wie in london vor einem total angesagten laden. da tauchen plötzlich zwei junge herren in sehr glattgebügelten indie-ausgeh-anzügen auf und lassen keinen zweifel daran, dass sie am heutigen abend mal so richtig einen draufmachen wollen. sie bearbeiten den einlassdirektor wie zwei junge augenaufschlägerinnen. ihre erscheinung verstärkt den gedanken an einen touristenbus.

im inneren des atomic cafès tummeln sich derweil und kurz nach dem offiziellen einlass bereits die ersten musik-kenner. der kleine und restlos ausverkaufte raum füllt sich mit hoher geschwindigkeit und bietet somit schon recht früh kaum noch platz und freie sicht auf die bühne. der musikalische teil des abends beginnt dann relativ pünktlich im kuschelig warmen ambiente mit der vorgruppe the cribs.

eine band, die für post-punk, new wave, garagen-rock und nordengland steht. mit druck und enthusiasmus wird der support ernsthaft angegangen. sie spielen ein wirklich anständiges set mit sehr starken momenten ("hey scenesters") und ordentlich schmackes. allerdings finden die raue, etwas aufgekratzte art und die scheppernden, leicht arroganten songs der engländer beim münchner gossip-publikum leider keinen überzeugenden anklang und schon gar keinen weg in ihre herzen.

es wurde ein bisschen gehüpft und freundlich mit dem kopf gewackelt, dann war schluss. nach der obligatorischen umbaupause, ging es dann endlich mit dem headliner des abends weiter: the gossip.

zunächst ist klar, dass diese band sicher keine gewöhnliche ist. sie lässt keine gelegenheit aus sich für minderheiten stark zu machen, insbesondere das thema homosexualität wird von the gossip stets behandelt. sie strotzen nur so vor selbstbewusstsein und sind ferner eine band, die sich ihrer verantwortung für junge fans bewusst ist und sich dieser auch zu stellen weiß.

weiterhin wird das bild von the gossip sehr stark von ihrer sängerin geprägt, was nicht ausschließlich und abschließend mit der optik von beth ditto zu tun hat. die frontfrau singt bekanntlich mit sehr viel hingabe und körpereinsatz, fast ekstatisch trägt sie die songs der band vor.

nach den ersten klängen ist jedem im raum klar: das organ von ditto, kombiniert mit ihrem mitreißenden tanzstil, steht wirklich über allem. unbestritten, die band lebt von ihrer sängerin. gittarist brace und drummerin hannah rücken schon deutlich in den hintergrund, was aber für das bandgefüge ganz offensichtlich kein problem darzustellen scheint. the gossip spielen präzise und souverän ihr repertoire. es ist definitiv ein bleibendes erlebnis die band live zu erleben, wenn auch am heutigen abend etwas zu knapp aufgespielt wurde, so dass man versucht ist, den gig als eilig zu empfinden.

vielleicht hing all dies aber auch irgendwie mit dem schwarzen bus zusammen oder den beiden herren vor dem eingang, die es übrigens doch irgendwie schafften die tür des einlassdirektors zu passieren. man weiß es nicht so genau, ist aber auch egal, denn das wesentliche des abends ist der üppige stern ditto, der noch weit über die nacht hinaus strahlen wird.

31.08.2007 // thomas
 

Ein Kommentar

mary am 03.10.2007 um 22:35 UHR

err was heißt hier: "es wurde ein bisschen gehüpft und freundlich mit dem kopf gewackelt, dann war schluss."
es gab durchaus leute die wegen the cribs dort waren. genau, wie ich. the cribs haben wie gewohnt eine absolut fantastisches set gespielt. war zwar das gleiche wie am tag davor in köln (3 songs haben sie für münchen weggelassen) aber das verzeihe ich der großartigsten band der welt.
das die songs nicht in die herzen der umstehenden personen gegangen war ist doch klar. hat denn jemand hier in deutschland (außer meinen freundinnen und mir) the cribs jemals vorher gehört? nein garantiert nicht!
arrogante songs? du weißt schon was "scenesters" sind oder worum es in "our bovine public" handelt? ach ich könnte noch stundenlang weiter schreiben.
up the cribs!!!

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