Cold SpecksHamburg, Knust

von Esther Sambale · 12.01.2013

Samstagabend in St.Pauli. Nachthimmel, Schneeluft und Frosttemperatur stimmen auf den Auftritt von Cold Specks in der alten Rinderschlachthalle Knust ein. In einem weiten schwarzen Kleid betritt Al Spx die Bühne. „The Mark“ ist einer der ersten Titel den die 24-jährige Sängerin, begleitet von ihrer fünfköpfigen Band, spielt. Soul, Gospel und Blues wirken in ihrer Musik und in ihrer Stimme, die das Publikum – jung, mittelalt, alt – begeistert.

Die in London lebende Kanadierin strahlt eine beeindruckende Tiefe aus, wenn sie sich vom Mikrofon entfernt, mit ihrem Fuß den Takt stampft und so eindringlich a capella singt als wäre da kein Publikum, als ginge es um wirklich alles, um das Leben und den Tod. Natürlich. Denn das Ende hat einen Platz in all ihren Liedern. Manchmal subtil, manchmal sehr deutlich. „We are many. We are dust. Into dust we all return“, singt sie in „Holland“. Und auch der neue Titel „All flesh is grass“ bleibt thematisch verwandt, ist eine Anspielung auf den ersten Petrusbrief (1,24): „Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret, und die Blume ist abgefallen.“ Die Memento-Mori-Message kommt an. Angesichts solch düsterer Themenmasse gerät man beim beseelten Rhythmusschunkeln zuweilen in abruptes Stocken. Das weiß anscheinend auch Al Spx, stimmt den Titelsong von „Der Prinz von Bel-Air“ an und legt noch einen Witz nach: „What’s the definition of trust? Two cannibals giving each other a blow job.“

Als eine von mehreren Zugaben covert Spx „Goodbye, Dear Old Stepstone“ von Bonnie Prince Billy. Dann geht es heim. Nicht in den Staub, nur durch die Kälte dieser Nacht. Zum Glück.

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