Prima Leben Und Stereo 2012Freising, Vöttinger Weiher

von Thorsten Streck · 04.08.2012

Manchmal ist es gar nicht so schwer auf den Punkt zu bringen, warum man sein Herz an ein Festival wie das Prima Leben und Stereo verlieren muss. Ganz einfach: Idyllische Location am Vöttinger Weiher in Freising, die erste Garde deutscher Indiebands und eine sympathische Prise bayerischen Lokalkolorits schnüren ein Gesamtpaket, das seinesgleichen sucht.

Prima Leben Und Stereo 2012

So auch in der mittlerweile 19. Auflage, die allerdings anfangs unter keinem guten Stern stand. Unwetterartige Hagelschauer verwandelten den Campingplatz bereits in der Nacht auf Freitag in eine kleine Sumpflandschaft und ließen die zahlreichen bereits angereisten Besucher das Schlimmste befürchten. Dies blieb jedoch zur Freude aller Beteiligten nur eine Momentaufnahme und zog allenfalls diverse Schlammkrusten nach sich, derer sich die tapferen Camper spätestens beim obligatorischen Bad im Weiher entledigen konnten. In der Folge zeichnete sich wettertechnisch eine Trendwende ab und das PLUS konnte sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner charmantesten Seite präsentieren.

Und dieser Charme liegt zu einem beachtlichen Teil im stilsicheren Line-Up. Neben lokalen Größen wie Monday Tramps oder Young Chinese Dogs, denen das Festival ein willkommenes Forum bot, ihren Bekanntheitsgrad über die Ländergrenzen hinweg zu erweitern, fanden auch eine Reihe etablierter Bands den Weg in den Münchener Norden. Da wären etwa Audioliths Aushängeschild Frittenbude mit ihrem partylastigen Techno- Punk, die das Publikum nicht nur wegen der offen zur Schau gestellten Ablehnung gegenüber der anwesenden Zivilpolizei schnell auf ihre Seite ziehen konnten. Alles andere als „keine Melodien“ servierte das Berliner Jeans Team den tanzwilligen Fans, während Adolar, als kurzfristiger Ersatz für das österreichische Bandprojekt Effi, eher Gitarren der härteren Gangart bevorzugten.

Prima Leben Und Stereo 2012

In spaßige Groove- Gewänder verpackte Spitzen in Richtung Pop- und Konsumkultur gab es dann noch bei den Türen um Staatsakt Labelchef Maurice Summen. Verweigerung in Rock und Soul und ein weiterer Beleg dafür, eine der wichtigsten deutschsprachigen Bands der Gegenwart zu sein.

Prima Leben Und Stereo 2012

Unbestrittenes Highlight des Wochenendes war jedoch der Auftritt The Notwist. Die Weilheimer Soundtüftler wandelten traumwandlerisch durch das Material ihres »Neon Golden« Albums, geizten aber auch nicht mit Hits wie »Chemicals«. Am Ende des Sets entließen sie das andächtig gebannte Publikum mit einer monströsen Version von »Consequence« in die Nacht. Wären da nicht noch Fuck Art Let’s Dance gewesen. Ein etwas undankbarer Slot, den die Hamburger Synthie-Popper jedoch recht souverän meisterten, auch wenn ein Großteil des Auditoriums wohl noch zu überwältigt vom denkwürdigen Geschehen zuvor war.

Prima Leben Und Stereo 2012

Man darf jedenfalls inständig hoffen, dass dieses liebenswerte Festival, bei der vom Booking bis zum Bauzaun alles noch in Eigenregie erledigt wird, auch weiterhin der Gigantomanie trotzen und seinen Platz in der Festivallandschaft behaupten kann. Die 20. Jubiläumsausgabe 2013 ist jedenfalls schon mal fest im Kalender markiert.

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