Spektrum 2012Hamburg, Wilhelmsburg

von Maximilian Römer · 21.07.2012

Hamburg hat ein neues Festival, welches ganz in der Tradition der hamburgischen Musiksozialisation steht. Gilt Hamburg nunmehr nicht mehr als das Mekka des Hip Hop haben die Macher des MS Dockville Festivals einen Versuch gestartet, hier einiges wieder gerade zu rücken. „Let’s make Hamburg a threat again“ könnte man meinen.

Bereits während des letzten MS Dockville Festivals wurde den Veranstaltern und Veranstalterinnen klar, dass viele ihre gebuchten Acts in ihrer Musik immer wieder – mal offensichtlich mal subtil – auf Hip Hop als Genre verweisen. Und nachdem im vergangenen Jahr auch immer wieder deutsche Hip Hop Künstler für Schlagzeilen und Plattenverkäufe gesorgt hatten, war es nun Zeit dieser Szene bzw. Musikrichtung eine Plattform zu geben, eben in Form des Festivals. Dabei standen nicht nur klassische Hip Hop Künstler im Vordergrund, sondern auch diejenigen die ihre Wurzeln im Hip Hop haben und immer wieder auf die einzelnen Fragmente und Versatzstücke zurückgreifen um ihre Musik zu schreiben. Während also am Nachmittag noch fleißig gerappt wurde, wummerten am Abend noch ordentlich Beats aus Zelten und von Bühnen.

Bei strahlendem Sonnenschein beginnt der Hamburger Nachwuchskünstler Ahzumjot am Nachmittag als einer der bekanntesten Acts bis zu diesem Zeitpunkt mit seinem Heimspiel. Nachdem das in Eigenregie und –produktion geschaffene Debüt »Monty« für Aufruhr suchte, ist der Anfang 20-jährige Künstler ohne Ende unterwegs und liefert auch in seiner Heimat eine gute Show ab. Das Publikum lässt sich zum ersten Mal animieren und feiert den Newcomer gebührend. Im Anschluss folgen auf der Hauptbühne welche liebevoll von den Helferinnen und Helfern des Festivals zusammengenagelt wurde, Eliot Quent, welche schon lange in der Hamburger Szene aktiv sind und dementsprechend mit einem gestärkten Rücken ihre Reime von der Bühne verteilen.

Zwischendurch sieht man kleinere Acts, wie die aus dem Süden stammenden Sam auf den kleineren Bühnen des Festivals. Hier ist die Musik mit einer ordentlichen Priese Pop versehen. Das Ganze funktioniert Hand in Hand und während hier jemand über „sein Mädchen“ rappt, spittet woanders jemand nicht-jugendfreie Zeilen. Gegen kurz vor neun spielen dann die Orsons ihre Show, mit der Sie in dieser Saison das ein oder andere Festival beglücken. Hier feiert die komplette Crowd und die Performance erinnert leicht an ein Konzert von Bands wie Deichkind. Als letzter Hauptact stehen dann Retrogott und Hulk Hodn aus Köln auf der Bühne. Nun gibt es Hip Hop im klassischen Sinne – Hip Hop der sich nicht in einem Spektrum bewegt, sondern an den Wurzeln des Genres ansetzt.

In den späteren Abendstunden gibt es dann Dubstep, Drum & Base und Electronica von Acts wie Sun Glitters oder Marsimoto- und Marteria-DJ Robot Koch. Hier wird ebenso gefeiert wie bei den Künstlern am Nachmittag, welche noch den traditionelleren Part in dem Hip Hop Spektrum übernahmen. Insgesamt ein schönes Festival, auf einem schönen Gelände und einem sehr angenehmen und ausgelassenen Publikum. Schade nur, dass das Hip Hop Spektrum mittlerweile dem Pop so verschrieben ist. Mehr Beats, weniger Geigen über den Synthie – dann macht das ganze Spektakel im nächsten Jahr wahrscheinlich noch mehr Spaß.

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