Azari + IIIBerlin, BI NUU
spätestens seit der veröffentlichung des selbstbetitelten albums »azari + III« im letzten jahr weht ein frischer, bunter wind durch die house-musik-szene. aufgewirbelt durch das dahinter steckende kanadische quartett, das sich nicht nur im studio austobt, sondern seine geballte energie besonders bei seinen shows inmitten dunkler clubs oder auf großen festival-bühnen entlädt. egal wie viel platz dem kollektiv für seine schweisstreibende und ansteckende performance bleibt, azari + III explodieren förmlich auf jedem der ihnen zur verfügung stehenden metern.
ein abend, an dem ein so kräftezehrendes set in aussicht steht, braucht es auch keinen support und so begibt sich die band ganz ohne musikalischen anheizer dorthin, wo die musik augenscheinlich direkt aus allen mitgliedern hervorsprudelt, nämlich auf die bühnenbretter des berliner bi nuu. eine aufwärmphase benötigen die zwei frontmänner an den mikrofonen, fritz helder und starving yet full, nicht im geringsten und so versprühen sie gleich vom ersten song »manhooker« an eine ausgelassene stimmung, die den ganzen abend über bestehen bleiben sollte. eine gute stunde lang wird das berliner publikum regelrecht von einer invasion von house-beats überrollt und lässt sich augenblicklich von dieser mitreissen.
zunächst versteckte sich das quartett aus toronto noch eingeschworen hinter sonnenbrillen und fritz helder sogar unter einer helmartigen konstruktion, doch diese optische distanz zum publikum wurde innerhalb der ersten songs stück für stück abgelegt, wenn nicht sogar komplett ins gegenteil umgewandelt. kaum eine sekunde verging, in der fritz und starving yet full nicht ausgelassen und teiweise wie in trance ihre fast schon akrobatischen tanz-choreographien mit einer beeindruckenden beweglichkeit und freude zum ausdruck brachten und dabei alles so locker aus der hüfte zu schütteln schienen, ohne dass ihre stimmlichen fähigkeiten auch nur im geringsten ins wanken gerieten.
dieser überschwengliche, körperliche einsatz wurde wiederum vor der bühne von einem ebenso hemmungslosen getanze der zuschauer erwidert, die in ihrer ekstase auch schon mal fritz helder mit einem handtuch trocken rubbelten als sich dieser verschwitzt auf allen vieren dem bühnenrand näherte. ein paar zentimeter weiter griff dieser dann sogar beherzt zur flasche und holte sich dankend einen schluck kühles bier bei einem fan ab bevor es anschließend von beiden frontmännern wilde tanzeinlagen mitten in der menge hagelte während die auf der bühne verbliebenen mitglieder azari und III die stellung hielten. eigentlich ein wunder, dass die band sich nach show-ende nicht am rande völliger erschöpfung befand nachdem sie sich vor allem bei songs ihres debüts wie »reckless (with your love)«, »into the night«, »indigo« oder auch »hungry for the power« höchstgradig verausgabt hatte. selbst abseits des scheinwerferlichts bestand womöglich noch explosionsgefahr bei azari + III. entschärfen zwecklos.


















