Logo

hiphopopen 200721.07.2007 // stuttgart

der hiphop-kongress in stuttgart

seit dem jahr 2000 werden in süddeutschland die hiphopopen ausgetragen. das dies ausgerechnet in stuttgart der fall ist, kann getrost als konsequent bezeichnet werden. die schwäbische metropole ist bis heute ein hort vieler hiphop-künstler. musiker wie die fantastischen vier, die massiven töne und der freundeskreis stammen aus stuttgart. das platten-label four-music hat seine wurzeln in dieser stadt. alles spricht dafür die open hier abzuhalten.

eine besonderheit für dieses wichtige festival ist sicherlich, dass es lediglich eine bühne gibt. sehr gradlinig, kein schnickschnack, in sehr genau getimten abständen spielen die gebuchten musiker auf. hinzu kommt eine wirklich schöne location. das im jahr 2002 erstmals gewählte reitstadion, nahe am neckar gelegen, eignet sich exzellent für eine solche veranstaltung.

die diesjährigen spiele begannen in den frühen morgenstunden. schon ab neun uhr traten zunächst acts wie umse, leeroy, ceza oder prinz pi in die arena. auch die wohl zum letzten mal so früh im line-up vorgesehenen aufstrebenden berliner k.i.z fanden sich im auftaktprogramm wieder. am nachmittag begann es dann langsam schwergewichtiger zu werden. dendemann machte den anfang. wie von ihm gewohnt gab es sehr schön vorgetragene raps, gute lyrics und dies alles herrlich verschachtelt. weiter sollte es mit lady sovereign gehen, die allerdings kurzfristig ausfiel. dafür kamen ersatzweise die puppetmasterz und die spezializtz auf die bühne. die puppetmasterz machen musik, mit durchaus schönen momenten, die aber durch ihre nervende puppenshow inkl. schrecklicher ansagen wieder relativiert werden. die spezializtz hingegen kurz und knapp, stilsicher und wieder runter von der bühne. weiter im engmaschigen takt der open bestieg der blumentopf das podium. die songs der münchner wirken live und mit handgespielter musik interpretiert viel saftiger als auf vinyl. allerdings machte der blumentopf einen etwas zu routinierten eindruck. ein fade heruntergespieltes programm, was zusätzlich einmal mehr abiturienten-rap verkörperte. danach wurde es langsam unruhig auf dem gelände. man näherte sich den abendstunden, in denen traditionell die namenstechnischen höhepunkte aufspielen. ein wirkliches highlight bei den hiphopopen zu finden ist jedoch denkbar schwierig, denn dass line-up kann sich auch in der 07-variante insgesamt absolut sehen lassen.

unumstritten allerdings war bereits im vorfeld, dass in diesem jahr der vollbesetzte und vor allem vollfunktionsfähige wu-tang clan der herausragende act der open sein musste. er war es auch. in unglaublicher präzision trugen insbesondere method man und rza ihre reime vor. speziell die wunderbaren raps vom legendären "enter the wu-tang - 36 chambers" album untermauerten deutlich, dass diese platte bis zum heutigen tage eines der besten rap-alben ever darstellt.

selbstverständlich wurden auch neuere werke des clans gespielt. das publikum dankte es ihnen artig mit einem hände-meer aus wu-tang "ws". die großartigen tracks "shimmy shimmy ya" und "brooklyn zoo" des leider verstorbenen clan-mitglieds odb rundeten den sehr gelungen auftritt der new yorker ab.

dann war jan delay an der reihe. der funkmaster, ein talent der inszenierung, kam im schwarzen anzug und in begleitung von zwei attraktiven sängerinnen, natürlich in schwarzen kleidern, auf die bühne. seine band, die sich bereits dort eingefunden hatte, war selbstverständlich auch passend in schwarz gekleidet. jan delay versteht es sein publikum zu unterhalten, es macht spaß ihm auf der bühne zuzusehen.

den abschluss in diesem Jahr bildete der quasi-gastgeber. der freundeskreis, der nun pünktlich zum zehnjährigen bandjubiläum wieder zusammenfand.

man könnte meinen, die hiphopopen spiegelten den stilbildenden stand deutscher rapmusik wieder. hierzu fehlte in diesem Jahr aber leider aggro berlin. und trotzdem, ein deutschsprachiger hiphop-tag, garniert mit amerikanischen referenzen und weiteren repräsentanten aus ganz europa, insbesondere großbritannien und frankreich, an einem ort wie stuttgart, ist sicher auch in zukunft ein wichtiger beitrag zur weiterentwicklung dieser musikform in deutschland.

21.07.2007 // thomas
 

Kommentar abgeben

 
 
 
 
 
Kommentar absenden
 

Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.

 
 
Real Time Web Analytics