Prinz Pi10.02.2012 // Hamburg – Uebel & Gefährlich
Wer Hip Hop affin ist, dem ist der Name Prinz Pi (ehemals Prinz Porno) sicher geläufig, Wer erst seit dem kurz auflodernden Hip Hop-Trend um Casper & Co. Zugang dazu gefunden hat, der dürfte an Prinz Pi auch nicht mehr vorbeikommen. Spätestens seit seinem Album „Rebell ohne Grund“ ist der Berliner in aller Munde und sein frisch veröffentlichtest Album „Hallo Musik“ ist ein weiterer Beweis dafür, dass Hip Hop nicht immer nur mit frauenfeindlichen Texten, Proll-Kultur und all den weiteren gängigen Stereotypen assoziiert werden darf.
Daher ist es kaum verwunderlich, dass der große Saal des Übel & Gefährlich ausverkauft ist und sich eine wirklich lange Schlange schon eine halbe Stunde vor Einlass gebildet hat. Wenn man an dieser entlang geht, so offenbart sich einem ein interessantes Bild. Fans der ersten Stunde, die regionale Antifa, minderjährige Mädchen und heranwachsende Halbstarke. Kein Wunder, dass der Abend bereits um acht Uhr beginnen soll. Gut die Hälfte des Publikums dürfte zu späterer Stunde gewiss nicht mehr an dieser Stelle verweilen. Natürlich kein Vorwurf zum Ausverkauf, sondern eher eine „“grob-soziologische“ Milieustudie. Und dieses Publikum freut sich. Schon beim Support „Herr von Grau“ reisen alle Anwesenden die Hände in die Luft und bewegen diese rhythmisch im Takt. Herr von Grau sind ebenfalls aus Berlin angereist und machen Hip Hop, der stark an die Vorzeigesöhne der Stadt in Sachen Dancehall – sprich: Seeed – erinnert und den Kopf zwar an und an zum Nicken bringt jedoch nicht wirklich fesselnd ist.
Nach einer guten halben Stunde wird auf der Bühne einiges hin- und hergerückt. Eine riesige Orgel steht an der Rückenwand der Bühne. An dieser befestigt ein Laptop – die Soundmaschiene für diesen bevorstehenden Abend. Als dann das Licht gedämmt wird, die Orgel ertönt und Prinz Pi die Bühne betritt hinterlässt das Ganze einen gar schon anmutigen Eindruck. Die Hände in die Luft und Licht an – ein wenig erinnert das an „huldigt dem Götzen“, auch an dieser Stelle sei dies nicht als negativ ausgelegt zu verstehen. Bei den älteren Songs vergangener Releases trennt sich die Spreu vom Weizen und es wird klar, dass Prinz Pi nicht mit dem Label Newcomer belegt werden kann. Pi hat ohne Frage schon immer seine Hände im deutschen Hip Hop gehabt und ordentlich mitgemischt. Es folgen ruhige Nummern, die an Storytelling erinnern, dann immer wieder heftigere, gitarrenlastige Beats, bis hin zu Electropunk-Nummern. Das Publikum tobt, Zugabe folgt auf Zugabe und nach dem Konzert wird klar, dass dieser Künstler gewiss mehr Aufmerksamkeit verdient hat, dass Hip Hop bzw. Rap nicht erst seit Casper wieder salonfähig ist und das, egal wie Hip Hop-affin man ist, ein Prinz Pi Konzert sicherlich ein Erlebnis ist.





















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