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Auf Tour mit Fuck Art, Let´s Dance24.11.2011 // Verschiedene Locations

Kreuz und Quer durch die Republik schlängelte sich der schwarze Van von Fuck Art, Let's Dance in der letzte Woche. Am 22.11. starteten sie in Potsdam, anschließend ging es an die niederländische Grenze nach Münster.

1200 Kilometer weiter treffe ich sie in einem asiatisch anmutenden Club namens White Trash in Berlin. "Wir sind mal wieder zu spät in der Zeit." begrüßt mich Tourmanager David und drückt mir gleich einmal zwei drei Gitarren und ein paar Koffer in die Hand. "Die Jungs sind gerade noch unterwegs zu einem Interview von FluxFM, dann müssen wir erst einmal Soundcheck machen." teilt er mir mit. Wir begeben uns also in die Grotten des White Trash, welches überhalb eigentlich ein Fastfood-Restaurant ist, aber wie in Berlin üblich gibt's drinnen gar nicht das, wie es von draussen aussieht.

Fuck Art, Let's Dance

Also helfe ich ihm beim Aufbau. Die Vorband pandoras.box ist schon da und baut ein paar Sachen auf. Dann folgt der Soundcheck, das übliche eben. Das hier ist die erste große zusammenhängende Tour, die sie hier stemmen, erzählt mir Gitarrist Romeo. Vorgestern hatten sie in Potsdam gespielt, dort war die Stimmung eher verhalten, aber gestern in Münster wäre richtig was los gewesen. Jemand hätte seinen gesamten Freundeskreis mitgebracht und für richtig Stimmung gesorgt. Romeo machte aber eher einen desolaten Eindruck, wenig Schlaf und das dazugehörige Trinkgelage sorgten für den ein oder anderen Kater. Romeo musste sich dabei erstmal auf die Couch im Backstage legen, um ein kleines Rockstar-Nickerchen abzuhalten. Der Backstage bestand aus einer umfunktionierten Kühlkammer, an dessen liebevoll verzierten Wänden bereits so manch eine Tourgeschichte prangerte, anscheinend hat schon die gesamte Belegschaft von Audiolith hier ihre Unterschrift hinterlassen.

Fuck Art, Let's Dance

Aufgeweckt von Tourmutti David ging es dann gut gestärkt durch einen White Trash-Burger "Maque de la Fuck" auf die Bühne. So richtig Publikum bescherte Berlin den Guten diesen Abend leider nicht, dafür gings danach mit Neuberliner Strizi von Frittenbude und Booker Artur noch ins Trinklokal namens Hexe.

Am nächsten Morgen holten wir Sie dann mit dem Tour-Van irgendwo in Berlin ab. Zwei Stunden Schlaf und so sahen sie auch aus. Mir fielen beim Einsteigen schon die Kopfschmerztabletten in dem dazugehörigen Schnellzugriff-Fach auf, die fanden dann auch rasch ihren Bestimmungsort. "Wir brauchen jetzt ein paar Flaschen Wasser, erstmal zu Penny!" instruierte Sänger Nico den Fahrer. "Hier muss noch irgendwo Gemüse rumliegen, Tim hat hier vor zwei Stunden noch seinen Döner zerstreut." bemerkte er beim Einsteigen. Schleunig wurden die Power-Riegel gezückt, um wieder einigermaßen im Leben anzukommen. "Da sind Eiweiß und Proteine drin, genau das richtige was du jetzt brauchst." Ihr Zustand hatte sich also seit gestern nicht wirklich verbessert. Erstmal zu Penny. Vorbildlich und unbestechlich besorgte ich den Jungs dort erstmal ein paar Elektrolyte, denn diese wären für sie unheimlich wichtig auf solch einer langen Tour.

Fuck Art, Let's Dance

Nach einen kurzen Frühstück machten wir uns also auf den langen und beschwerlichen Weg nach Darmstadt, es lagen 8 Stunden Fahrt vor uns.
Der Spirit griff natürlich sofort um sich, sofort fühlte man die tor-tour. Auf einer der zahlreichen Raststätten machten wir ein kurzes Fotoshooting auf einem Spielplatz. Ständig spielte dort ein kleines Mädchen, welches ich einfach nicht aus dem Bild bringen konnte, das Trio hatte aber trotzdem seinen Spaß und leistete gemeinsam einen akrobatischen Höchstakt auf einer der gefederten Fahrgeschäfte. Anschließend quälte sich Fahrer David weiter über den Beton, der schier einfach nicht enden wollte. Er ist jetzt seit ein paar Monaten bei Audiolith Praktikant und sei so die Mutti für alles. Vormittags wickelt er Bestellungen ab, danach kümmert er sich um Sachen wie Homepage, Termine usw. Das er diese Tour hier manage war auch sein Wunsch. "Ich organisiere gerne Sachen und Auto fahren kann ich auch gut, aber die Strecken sind schon ganz schön weit." sagte er auf der Fahrt. Verspätet durch Stau und stockenden Verkehr erreichten wir das 603qm in Darmstadt. Dort war es Arschkalt, direkt auf den Campus bauten einst Darmstädter diese Halle mitten in die Kälte. "Das wärmt sich auf, wenn erstmal die Leute da sind." beruhigte uns der Clubmanager.



Wieder möblierten FALD die Bühne mit dem Inhalt des Vans, David setzte sich währenddessen schonmal ins Backstage ab, um die Fahrt zu verdauen. Nach ein paar müden Blicken und kalten Fingern checkte das Trio schonmal den Sound. Der Abend konnte also beginnen, Captain Capa trudelten auch längst ein und Ira Atari stoß dann auch zur Audiolith-Geimeinde hinzu.

Fuck Art, Let's Dance

Sie hatten schonmal die große Pulle Vodka gezückt und versuchten sich etwas aufzuwärmen. Währenddessen beschäftigte sich Praktikant, Fahrer und Mutti David mit dem Merchendise-Stand. Heute habe er das sehr schön hinbekommen, gestern in Berlin war einfach zu wenig Platz für all die Beutel, Shirts, Platten, Poster und Buttons. Der Gesamte Katalog sollte doch schließlich bedient werden. "Ich hoffe die Kaufen heute mehr als gestern, schließlich müssen wir damit auch die Tour finanzieren." erzählte mir Manager David und breitete sorgfältig seinen Stand aus. Der Saal füllte sich so langsam und das wäre gut, gut für die Show, gut für die Jungs und den Umsatz. Wenn man sich so frisch als junge Band etablieren will hat man es nicht leicht, da muss eben um jeden Gast und jeden "Like" gekämpft werden. Gerade hatten sie die 2000 erreicht und das sollte nun auch mit 2000 Schnaps gefeiert werden. Leider gab die Bar nicht so viel her, also wurde eigens dafür ein Feuerwehr-Spielauto zum "Fuck Truck" umfunktioniert und mit Pfeffi befüllt.

Fuck Art, Let's Dance

Die Halle (welche wohl auch mal als Kühlkammer konzipiert war) heizte sich dann zum Glück noch auf und FALD legte einen ziemlich guten Auftritt hin, sogar ein Sprung vom Schlagzeug war drin! Dennoch, so ganz zufrieden waren sie nicht: "Die Sampler waren zu leise." bemerkten sie, aber dafür war das Publikum gut drauf.

Mindestens drei mal in der Woche treffen sich die Hamburger um zu proben, seit ungefähr einem halben Jahr haben sie den Sprung zum Hamburger Label Audiolith geschafft und sind drüber auch sehr froh. "Nebenbei studiere ich Altgriechisch und Latein, die Musik ist jetzt aber unsere Perspektive." Romeo meint es ernst, sie wollen hoch hinaus. Mittlerweile ist es spät geworden in Darmstadt, betrunkene Mädchen kauen der Band und Manager David die Ohren am Merch-Stand ab, Ira Atari gibt ihre Zugabe-Kamellen zum Besten und langsam dringt wieder die Kälte ein.

Fuck Art, Let's Dance

"Morgen geht’s nach Dresden in die Scheune, dann wars das erstmal, ich freue mich schon auf Hamburg, ausnüchtern und ausschlafen." sagt Drummer Tim als er nach dem Konzert zusammen mit allen anderen Helfern die Bühne räumt, anschließend geht es dann in die Oettinger-Villa, 6 Stunden wohl verdienten Schlaf einholen. Am nächsten Tag dann sind wir alle gut ausgeschlafen, bis auf den Merch-Verkäufer von Captain Capa, der hatte sich gestern noch allzu prächtig am all-you-can-drink Angebot bedient und hängt ein bisschen durch. Erstmal zu Penny. "Lecker Mädchen. Wie hat Schalke gespielt?" Sänger Nico reiht bereits wahllos Sätze aneinander, die er irgendwo während der Tour aufgeschnappt hat und ständig wiederholt. "Du solltest nicht so viel reden, deine Stimme ist schon ziemlich angekratzt." empfiehlt ihm Organisator David. Auf geht’s auf die Autobahn nach Dresden.

Nach 900 gemeinsamen Kilometern verlasse ich Fuck Art, Let's Dance in Erfurt und wünsche Ihnen noch eine gute Weiterfahrt.

Die komplette Fototstrecke gibt es hier.

24.11.2011 // paul
 

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