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Fleet Foxes15.11.2011 // Wien – Museumsquartier Halle E

die leinwand spiegelt eine sattgrüne berglandschaft wieder, ich fühle mich inmitten der österreichischen hauptstadt wien in meine kindheit im salzburger land zurückversetzt. „sound of music“ lässt schön grüßen. das publikum scheint nur aus hipstern mit nerdbrillen und bartträgern mit flanellhemden oder wollpullis zu bestehen nach dem motto „und wenn ich mir hier die seele aus dem leib schwitze, style geht nun mal vor.“

bevor man aber richtig darüber nachdenken kann, ändert sich das bühnenbild und wir sehen einen nachtblauen hintergrund und schneeflocken über die bühne rieseln. da kommen sie auch schon, die fleet foxes und eröffnen ihr set mit ‚the plains/bitter dancer’ vom neuen album „helplessness blues“. das publikum beginnt bedächtig hin und her zu schunkeln und man möchte jetzt so gerne einen leckeren weihnachtspunsch dazu trinken. den hatten die fleet foxes schon vor dem konzert gebechert. drummer josh tillmann, der an diesem abend für die hauptinteraktion mit dem publikum zuständig war, hat sich bereits sieben von den „christmaspunsch“ hinter die binden gekippt und war ganz begeistert von den kirschen die er darin fand. zuweilen kommen auch zwischenrufe aus dem publikum, die von tillmann gerne beantwortet werden. da kommt auch schon bald die frage seinerseits: „how many of you are american exchange students?“ in den ersten reihen wird gejubelt, die anderen trauen sich entweder nicht oder das publikum besteht zum größten teil tatsächlich aus österreichischen fleet foxes fans. sonst verhält sich das publikum eher ruhig, mitunter stocksteif, aber man hat ja auch flanellhemden und wollpullis an.

als das erste highlight des abends kristallisierte sich das zweite lied „mykonos“ heraus. die nächtliche schneelandschaft auf der leinwand wird dabei immer wieder mit geometrischen hypnoseelementen unterbrochen. so passiert es nicht nur einmal an diesem abend, dass ich mich ganz und gar in die süßen folkmelodien der sechsköpfigen band aus portland verliere. das zweite highlight war wohl ‚the shrine/the argument’, ebenfalls von der neuen platte. sänger robin peckhold ist in höchstform als er die zeilen „sunlight over me, no matter what i do“ singt und uns so in einen musikalischen hochgenuss entführt. nie wieder will ich irgendetwas anderes hören. am ende des liedes erfolgt ein ziemlich kurioses solo, das die psychedelischen leinwandhypnose aprupt beendet. zur zugabe kommt peckhold nochmals alleine mit gitarre auf die bühne und spielt das neue lied ‚i let you’ vor. er braucht ein paar anläufe bis er es schafft, entschuldigt sich aber ganz charmant mit den worten „that stupid guitar tune“. nicht nur deshalb bin ich gleich wieder versöhnt, sondern auch weil er vor der dunklen winternachtleinwand und mit dem großen scheinwerfer, der auf ihn gerichtet ist, so fragil und zerbrechlich aussieht.

danach kommt noch mal die ganze band raus und sobald erfolgt das dritte highlight zum abschluss des konzertes. die ersten töne erklingen, alle wissen welches lied jetzt kommt, schließlich hat man den ganzen abend darauf gewartet mit dem gedanken im hinterkopf „wenn die das jetzt nicht spielen,...“. das publikum wacht endgültig auf, ein junger herr ruft ganz laut aus den hinteren reihen „jaaaa!“ und peckhold setzt an: „i was raised up believing i was somehow unique, like a snowflake distinct among snowflakes, unique in each way you can see.“ ‚helplessness blues’, das erste lied vom gleichnamigen album und das letzte lied des abends. es erfolgt ein „aha“-moment, denn endlich macht auch das bühnenbild mit seinen schneeflocken einen sinn. so entlassen die foxes das publikum in höchststimmung hinaus in einen kühlen november abend. aber man konnte sich ja noch einen punsch zum aufwärmen holen, es fehlten nur mehr die echten ersten schneeflocken.

fazit: gemischte gefühle. manchmal verlor man sich zu sehr in den hypnotischen zustand und nahm die musik nur passiv wahr. dabei überzeugten die sechs in ihrer eineinhalb stunden langen performance musikalisch einwandfrei und waren unübertrefflich in gesang und ihren instrumenten. kleine momente von den platten wurden auf der bühne zu ganz großen schönen momenten. besonders die beiden fleet foxes hits ‚white winter hymnal’ und ‚blue spotted tail’ wurden durch die liveaufarbeitung zu neuem leben erweckt.

Gastbeitrag von Sabine Pusswald

15.11.2011 // Gastbeitrag
 

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