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Ghost of Tom Joad04.10.2011 // Hamburg – Molotow

Wenn man eine Band mehr als zehn Mal live gesehen hat, dann ist es oft schwer, sich von dieser überraschen zu lassen. Es lässt sich erkennen, ob die Musiker einen guten oder schlechten Tag haben, ob der Sound heute gut ist oder nicht, aber die kleinen Überraschungen, die sich eine Band meist vor dem Antritt der Tour überlegt sind bekannt. Wenn auch nur der eine Akkord erklingt, der Schlagzeuger auf die eine Art und Weise einzählt, weiß man was einen erwartet. Und so war das auch eigentlich immer bei Ghost of Tom Joad. Nur an diesem Abend im Molotow wurde ich eines besseren belehrt, denn die Münsteraner Band hat sich viel einfallen lassen, um dem Publikum eine schöne Abwechslung zu bieten auf der zweiten Hälfte ihrer Black Musik-Tour.

Gegen Zehn betreten Ghost of Tom Joad die Bühne, nachdem die Vorband Aufbau West ein wenig vergeblich schon versucht hatte das klaffende Loch vor der Bühne zu stopfen. Beginnend mit den Sternchen der Black Musik-Platte spielt das Trio das verhaltene Hamburger Publikum warm und erst nach mehrfacher Aufforderung schließen sich die Lücken in den heiligen Hallen des Molotows. Es folgen Nummern vom zweiten Langspieler aus dem Hause Joad und hier haben sich Ghost of Tom Joad etwas Neues überlegt. Nummern werden in Giatrrengewänder gesteckt, das Tempo heruntergeschraubt, der Gesang entfremdet sich von dem Gewohnten und Bekannten. Und so ist man endlich mal wieder überrascht, auch wenn man die Band nun schon x-Mal gesehen hat. Manche dieser Überraschungen – wie ein grandioser Drum-Part in dem Stück „Intothe Wild“ – lassen die Kinnladen zu Boden fallen, andere Überraschungen gehen leider ein wenig in die Hose. Da wird sich ordentlich auf der Gitarre vergriffen, die Stimme verliert sich und die Synthies geben den Stücken ein Gewand, dass Ihnen schlicht und ergreifend nicht steht.

Nach einer Stunde ist das Konzert vorbei. Neben den Songs der Black Musik und Matterhorn-Veröffentlichung, kommt auf diesem Konzert nur eine Nummer des grandiosen Debüts „NoSleepuntil Ostkreuz“ zum Tragen und so rätselt man, ob das Indierock-Kapitel sich nun langsam aber sicher zu schließen droht. Fragen tut man sich auch, warum ein sonst so gesprächiger und gutgelaunter Henrik Rogers an diesem Abend kaum etwas sagt und die ganze Band so schnell verschwindet und trotz anhaltendem Beifall nicht ein paar Zugaben zum Besten gibt. So, that’s good and bad news!

04.10.2011 // maximilian
 

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