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Fucked Up15.08.2011 // Hamburg – Hafenklang

Von Fucked Up Konzerten wurde mir stets nur Gutes berichtet. Ein Freund von mir beschrieb ein Konzert der Band einst als eine Mischung aus „der amerikanischen Highschool-Abriss-Party, die du nie hattest“ und einem „Familientreffen, mit den Verwandten, die man eigentlich nicht kennt und sich dann doch freut sie ein Mal gesehen zu haben“. Das klang in meinen Ohren interessant und so mache ich mich auf zum Hamburger Hafenklang – um mir selbst eine Meinung zu bilden.

Das Hafenklang ist an diesem Abend ausverkauft, was bei den doch relativ teuren Ticketpreisen mir ein Rätsel bleibt. Aber seit Ihrer letzten Veröffentlichung scheinen Fucked Up en vogue zu sein, denn auf ein Mal erzählen mir Leute von Band und Platte, die eigentlich keine Punk- oder Hardcoreaffenität vorzuweisen haben. Der Saal ist bis zum Erbrechen gefüllt ( apropos Erbrechen: dazu später mehr) und schon jetzt tropft der Schweiß von der Decke. Schon vor Konzertbeginn sieht das Ganze für mich vielversprechend aus.

Damian Abraham betritt gegen zehn Uhr mit seine Band die Bühne. Ohne T-Shirt (macht bei den vorherrschenden Temperaturen im Konzertsaal eh keinen Sinn) und nur mit einer leichten Shorts bekleidet und schon erklingen die ersten Akkorde des „David comes to Life“-Openers. Abraham rennt auf der Bühne auf und ab, das Publikum wird zum Mitsingen animiert, erste Stagedives. Ich verstehe was mein Freund mir mit der „amerikanischen Highschool-Abriss-Party“ sagen wollte. Schon ab dem zweiten Song ist Abraham öfter im Publikum zu finden, als auf der Bühne und rennt in alle Ecken des Hafenklangs. Jeder der sich ihm in den Weg stellt bekommt eine schweißnasse und dennoch herzhafte Umarmung. Ich verstehe, was mein Freund mir mit dem Familientreffen sagen wollte.

Inmitten des Sets verschwindet Abraham nach draußen und verkündet später, dass es ihm Leid tue, dass er nun vor das Hafenklang gekotzt habe. Er habe etwas gegessen, was ihm nicht bekommen sei. Dennoch spielen sich Fucked Up eine weitere halbe Stunde durch ihre letzten Platten und spätestens bei „I hate Summer“ hat er das Hamburger Publikum vollends auf seiner Seite.

Nach dem Konzert treffe ich Abraham kurz vorm Hafenklang und gratuliere ihm zu der gelungenen Show und wünsche ihm, dass es seinem Magen bald besser gehe. Er bringt noch ein „Thank you“ raus, und lehnt sich dann an die Wand hinter uns und erbricht sich. Dat is Punk – dat raffst du nie!

15.08.2011 // maximilian
 

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