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Iron & Wine 13.07.2011 // Nürnberg – Katharinenruine

Alle reden vom Wetter - wir auch. Kaum ein Thema dürfte nämlich vor dem Nürnberg-Gastspiel von Iron & Wine so ausführlich besprochen worden sein wie die unsichere Wetterlage. Während rund eine Woche vor dem Konzert noch ein lauer Juliabend in Aussicht stand, erhöhte sich die Niederschlags- und Unwetterwahrscheinlichkeit von Tag zu Tag drastisch. Dementsprechend war am Mittwochabend die Regenjacke das wichtigste Accessoire des Publikums in der gut besuchten, aber längst nicht ausverkauften Katharinenruine.

Die bangen Blicke der Zuschauer zum zunehmend bewölkten Himmel waren auch dem Ansager aufgefallen, der der Situation mit viel Optimismus und dem Hinweis begegnete, die Bauern aus Schnepfenreuth hätten kurz zuvor angekündigt, es werde im Laufe der nächsten Stunden überhaupt kein Regen mehr fallen. Ganz Recht sollten die Landwirte aus dem Umland zwar nicht behalten, aber tatsächlich blieb es abgesehen von ein paar kleineren Schauern während des rund 100 Minuten dauernden Konzerts erfreulich trocken, so dass einem gelungenen musikalischen Sommervergnügen nichts mehr im Wege stand.

Letzten Endes wurde es ein Sommerabend, der dem Winterabend in der Münchner Freiheizhalle im Februar bis auf einige Änderungen in der Setliste fast bis aufs Haar glich. Sam Beam, der sich mittlerweile den Luxus einer achtköpfigen Begleitband leistet, präsentierte sich erneut wenig redselig, aber stets liebenswert und bestens aufgelegt. Dass Iron & Wine seit einiger Zeit immer stärker in experimentelle Gefilde abschweifen und diese neue Marschrichtung auch während ihrer Live-Auftritte mit ebenso virtuosen wie zuweilen anstrengenden Instrumentalpassagen zelebrieren, ist allerdings ein Umstand, den man nicht unbedingt begrüßen muss.

Schließlich ist Sam Beam, der bärtige Storyteller mit der sanften Stimme, immer noch dann am allerbesten, wenn er mit kleinen Gesten und vergleichsweise geringem Aufwand besondere Momente heraufbeschwört. Folgerichtig waren es auch die kleinen Dinge - etwa die Seifenblasen, die während “Tree By The River” in Richtung Bühne flogen, oder die hinreißende, in kleiner Besetzung vorgetragene Zugabe “He Lays In The Reins” - die schöner und berührender ausfielen als alle Auslassungen des meisterhaften Saxophonisten zusammen.

13.07.2011 // christoph
 

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