William Fitzsimmons 02.07.2011 // Nürnberg – K4 Festsaal
Der Abend der etwas gemischten Gefühle beginnt bereits mit der Vorband: Slow Runner aus South Carolina, später auch musikalische Begleitung von William Fitzsimmons, liefern soliden Poprock der sanfteren Sorte, der sich auch ohne Weiteres bestens auf dem Soundtrack einer romantischen Komödie machen würde. An sich ist gegen die mal eher folkig angehauchten, mal mit sachter Elektronik veredelten Stücke der drei Amerikaner absolut nichts einzuwenden, aber letzten Endes fehlt Slow Runner dann doch ein wenig die wirklich zündende Idee, um sich länger im Gedächtnis des Hörers festzusetzen.
Das Unverwechselbare, das Slow Runner noch ein wenig abgeht, fehlt William Fitzsimmons keineswegs: Mit seiner samtweichen Stimme, seinen traurig-schönen Liedern und seiner liebenswerten, humorvollen Bob-Ross-Aura ist es dem zauselbärtigen Psychotherapeuten längst gelungen, sich als eine Art Konsenstroubadour zu etablieren. Dementsprechend breit gefächert ist das Publikum, das sich im ausverkauften, recht stickigen K4 Festsaal eingefunden hat - nicht nur die üblichen Indienasen sind anwesend, sondern auch auffallend viele Pärchen, die sonst eher in Cocktailbars anzutreffen sind, Mütter mit ihren Töchtern und diverse Vertreter der älteren Generation.
Und allen scheint das mit viel Ruhe und Bedächtigkeit vorgetragene Geschehen auf der Bühne (zu Recht) bestens zu gefallen. Zumindest wird jeder Song mit begeistertem Applaus bedacht und jeder noch so beiläufige Witz des redseligen William Fitzsimmons mit freundlichem Gelächter quittiert. Sogar, als der Amerikaner gleich zu Beginn betont, dass alle seine Lieder exakt gleich klingen, wird gelacht - wobei die Aussage wohl durchaus ernst gemeint ist. Zumindest stimmt sie, denn allzu abwechslungsreich ist das knapp 90 Minuten lange Set wirklich nicht, was zusammen mit den oft äußerst langwierigen Ansagen und dem sehr überflüssigen Cover des abgenudelten Oldies “Sweet Home Alabama” schon ein ziemlicher Wermutstropfen ist.
Trotz einiger Schwächen darf der erste Auftritt von William Fitzsimmons in Nürnberg dennoch als gelungen bezeichnet werden. Stücke wie “If You Would Come Back Home”, “Everything Has Changed” oder das großartige, als letzte Zugabe gespielte “The Winter From Her Leaving” haben zumindest in dieser Qualität nicht viele andere Songwriter zu bieten und einen so sanftmütigen, freundlichen Mann wie William Fitzsimmons trifft man sowieso nicht alle Tage…





















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