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Eels13.06.2011 // Berlin – Astra

Es ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Diese eiserne Regel gilt für so manche Situation im Leben. Beim Berliner Eels Konzert im Astra führte sie den Besucher aber nicht auf Glatteis, sondern konnte einmal ohne Punkt und Komma so hingenommen werden, nahm man die funkelnden Beisser von Eels Frontmann Mark Oliver Everett einmal genauer unter die Lupe. Diese glänzten ganz dem feierlichen Anlass des Konzerts entsprechend goldig mit dem Scheinwerferlicht um die Wette und verliehen dem ansonsten eher in schlichte Schale geworfenen Sänger einen Hauch von einem Bad Boy Look. Böse endete der Abend dann zum Glück nicht. Dafür zogen sich die Mundwinkel unter dem tüchtigen Bart von "E" im Verlaufe des Konzerts zu oft nach oben und es wurden einige anerkennende High Fives an die Band verteilt, die rundherum Zufriedenheit ausdrückten.

Die auf dem letzten Eels Album "Tomorrow Morning" deutlich weniger angespannte und dem Grundtenor nach mit weniger Melancholie bedeckte Stimmung war auch der stützende Eckpfeiler bei dieser Tour. Statt betont ernsten Momenten wurde auf Seiten der Band lieber eine Gute-Laune-Kanone nach der anderen abgefeuert und das Spaßbarometer beständig im oberen Bereich gehalten. Eine Übung, die die Band selbst mit Leichtigkeit zu beherrschen schien. So wurde das Tempo bei vielen der gespielten Songs gerne einmal tüchtig angezogen während "E" ganz den Showmann gab, das Publikum mit seinen heiteren Kommentaren fest im Griff hatte und auch bei der Wahl der Setlist ein gutes Händchen bewies.

Siebenundzwanzig Songs, zwei Zugabenblöcke und einige Kusshändchen locker sitzend im Repertoire spielten Eels über einen beachtlichen Zeitraum auf hohem Niveau, schufen Neu-Interpretationen alter Klassiker, stürzten sich ebenso enthusiastisch auf neues Material und wollten am Ende kaum die Bühnenbretter verlassen. "You're All Having Too Much Fun!" attestierte "E" dem Berliner Publikum, ließ sich davon anstecken und schüttelte noch ein paar mehr Songs aus dem Ärmel, obwohl er mit Handtuch um den Hals und im Sauseschritt schon fast bei seiner Garderobe angelangt war. So tummelten sich nach Ablauf der Spielzeit Unmengen an kleineren und großeren Hits zusammen auf der Setlist, wobei alt eingesessene Fans sowie gerade frisch verliebte Eels Anhänger auf ihre Kosten kamen. Beide Fronten dürften die Waden ordentlich beansprucht und das Haupthaar zum Fliegen gebracht haben. Es sei denn, sie standen ehrfürchtig im Raum wie so mancher Zuschauer, dem die durchaus rumpelnde Sound-Mauer etwas auf den Magen zu drücken schien und in ihrer Höhe unüberwindbar wirkte.

Vielleicht war es ein Zeichen von höherer Stelle, dass das große Finale mit "Fresh Blood" und "Looking Up" zwar in seiner Form ungemein schmissig daher kam, aber auch in technischer Hinsicht etwas strauchelte. "E" verstand für einen kurzen Moment die Welt nicht mehr, konnte sich vor gemeinen Rückkopplungen nicht mehr retten und das Hochziehen der Augenbrauen war sogar durch seine knallrot getönte Brille sichtbar. Es schlug sich dann aber farblich dank seiner Beherrschtheit nicht auf seine Gesichtsfarbe nieder. Innerhalb von nicht einmal einem Jahr durfte Berlin zwei sehr verschiedene Konzerte erleben, die jedoch eines gemeinsam hatten: Eels in Höchstform! Wenn die Band so weiter macht, gewöhnt sich die Hauptstadt noch an solche regelmäßigen, musikalischen Feste alle paar Momente. Eine Versuchung wäre es allemal wert. Challenge accepted.

13.06.2011 // annett
 

Ein Kommentar

canvas art am 15.09.2011 um 15:59 UHR

I love the Eels!

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