Junip31.05.2011 // Berlin – Astra
vielfach wird mit der bezeichnung "dark pop" das umschrieben, was junip uns mit ihrer musik sagen wollen. ist diese form der beschreibung ihres sounds auf platte nicht immer hinreichend, trifft sie live auf der bühne jedoch den nagel auf den kopf, wenn es um die visuelle untermalung der von ihnen geschaffenen klangwelt geht. die bühne des berliner astras wurde jedenfalls über weite strecken des konzerts in nicht mehr als ein schummerlicht getaucht, welches allenfalls die umrisse der band erkennbar machte. das aufwendig gestaltete und schön anmutende bühnenbild wurde dadurch leider nur vereinzelt sichtbar und konnte sich einen weg heraus aus der dunkelheit und ins blickfeld der betrachter bahnen. die im wahrsten sinne des wortes himmlische kulisse, samt wolkentürmen und ein paar daraus hervor blinzelnden sonnenstrahlen, trohnte zumeist etwas in sich gekehrt über der band und konnte seinem zweck nur bedingt gerecht werden.
eindrucksvoller und länger im gedächtnis wird dafür umso mehr der auftritt von junip selbst bleiben, die an diesem abend ihre instrumente für sich sprechen ließen und nur sehr selten die direkte kommunikation mit dem publikum suchten, einmal von einigen wenigen, schüchternen ansagen von josé gonzáles abgesehen. während andere künstler ihre shows zwischen den songs gerne durch diverse kommentare unterbrechen und teilweise auch aufwerten, kamen junip erstaunlich gut ohne all das aus und widmeten ihre volle konzentration lieber ihrer musik. durch die flüssige und zugleich überzeugende darbietung wirkte auch das publikum äusserst aufmerksam und konnte sich ohne ablenkung auf die songs einlassen. so sehr, dass selbst nach ende der jeweiligen songs ab und an eine kurze, respektvolle stille herrschte bis der begeisterte applaus einsetzte. selbst neue songs wurden andächtig aufgenommen und konnten sich neben lieblingen wie "always" oder "rope & summit" behaupten, bei denen die zuschauer dann doch einmal mehr aus sich heraus gingen und ihr entzücken mit mehr als einem wohlwollenden kopfnicken oder wippenden füßen zum ausdruck brachten.
junip lieferten vor den augen der berliner fans ein paradebeispiel dafür, dass es auch ohne aufwendige show oder mithilfe von vielen worten möglich ist ein publikum vollends einzunehmen. wenn das songmaterial stimmig genug und mit den nötigen funken versehen ist, kann auch mit einfachen mitteln viel erreicht und einiges an emotionalen höhepunkten erzielt werden. junip sind ohne frage wahre meister auf diesem gebiet geworden und kommen ganz ohne aufbrausenden schnickschnack aus. das einzig große vermögen sie allein anhand ihrer musik zum ausdruck zu bringen und darauf kommt es schließlich auch an.





















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