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A Poor Man’s Memory05.06.2011 // Hamburg – Astrastube

Das neue Album Fathers & Sons ist eine Wucht. Das Trio schafft es einen Druck zu erzeugen, als sei hier ein ganzes Orchester am Werk. Ob das das daran lieg, dass hier hunderte Spuren übereinander gelegt wurden, oder ob diese Band es einfach versteht solche Klangwände mit Hilfe der drei Instrumente Schlagzeug, Gitarre, Bass hochzuziehen soll sich an diesem Abend in der Astrastube offenbaren. So viel vorweg: A Poor Man’s Memory können diese Wände auch live hochziehen – und das ganz ohne das Doubeln von Spuren und sonstige Hilfsmittel.

In der Astrastube findet man wirklich noch Geheimtipps. Nachdem Bands dieses Kleinod beehrt haben geht es oftmals stetig bergauf. Ob das nun einen mystischen Grund hat oder die Leute vom Booking einfach ein gutes Auge und Gehör haben sei an dieser Stelle einfach mal unbeantwortet gelassen. Und da ich nur das aktuelle Album der Dresdener Band kenne und dieses für mich mit dem Prädikat wertvoll versehen habe und das Trio nun in der Astrastube auftritt verspreche ich mir sichtlich viel von dem Abend.

Gut besucht ist die Stube, die ihren Namen nicht ohne Grund verdient, an diesem Abend leider nicht (siehe Geheimtipp). Rund zwanzig Besucher haben sich eingefunden und gegen kurz vor Zehn betreten die A Poor Man’s Memory die Bühne. Mikros gibt es nicht für die Musiker. Zum einen ist, solange die Band nicht spielt, jedes Wort zu verstehen zum anderen müssen die Dresdener nicht viel erzählen, denn ihre Musik spricht einfach für sich. Selbstinszenierung scheint der Band ein Fremdwort zu sein und das lockert die eh schon familiäre Atmosphäre noch mehr auf. Ein nettes Wort hier, eine kleine Anekdote da und das war es schon. A Poor Man’s Memory sind gekommen um Geschichten zu erzählen, doch dafür bedarf es keine Stimme, der dröhnende Bass, die verzerrte Gitarre und das drückende Schlagzeug formulieren alles deutlicher und präziser als Worte es können.

Von der ersten Sekunde an erzeugen A Poor Man’s Memory eine Stimmung, die einem im Minutentakt Gänsehaut über den Rücken jagt. Große Gefühle in Moll. Der Sound ist so laut, das er bis zur nächsten Straßenkreuzung zu vernehmen ist. Die Musik nimmt jeden in der Astrastube an die Hand und führt ihn an den wundersamen Ort, an dem alles perfekt erscheint. Wenn die Drei ihre Musik vortragen gibt es kein Morgen und kein Gestern, sondern nur diesen Moment. A Poor Man’s Memory spielen, als hätten sie nie etwas anderes getan. Das Timing ist in keiner Sekunde zu verbessern und eisern, die Sounds einmalig und die Gitarre wird malträtiert, als wäre hier ein Virtuose der seinesgleichen sucht am Werk. Als das Konzert nach einer guten Stunde vorbei ist, werden im Publikum die Kinnladen vom Boden aufgesammelt und draußen wird einem klar, dass es solcher Momente viel öfter bedarf. Die Momente, wenn die Musik einen so einnimmt, das kein Gedanke abschweifen kann und nur bei der Band ist. Wer eine solche Erfahrung sucht, der sollte ein Konzert des Trios auf keinen Fall verpassen!

05.06.2011 // maximilian
 

Ein Kommentar

canvas prints am 20.09.2011 um 15:51 UHR

Very good post!

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