Matmos30.05.2011 // Leipzig – Centraltheater
Dass Bandmitglied M.C. Schmidt während des Konzerts darauf hinweist, das alles, was bei Matmos auf der Bühne passiert Kunst ist, hat schon seine Berechtigung. Es ist nämlich nicht so, dass sich das einem in Leipzig sofort erschließt. Vor einem Publikum von gerade mal vierzig Menschen in einem Saal für mindestens vierhundert Menschen den letzten Tourauftritt zu spielen, mag vielleicht auch etwas deprimierend sein. Leider bestätigt das Konzert die leeren Plätze. Auf der Bühne wird großes Theater aufgezogen, der Saal aus vier Richtungen beschallt, ein riesiger Bildschirm gibt die Lieder in farbigen Formfeuern wieder, und zu Beginn kommen sogar Leute aus dem Publikum auf die Bühne und singen einen (einstudierten,) merkwürdigen Choral. Technik und Aufwand vom Feinsten also.
Aber während die Vielfalt auf der Platte mitzureißen versteht, bleibt die Distanz zur Musik das ganze Konzert bestehen. Das mag der viel gelobten Improvisation geschuldet sein, die an weniger guten Abenden eben auch in schwer nachvollziehbare Richtungen ausbrechen kann, jedoch nicht den wenigen Besuchern, die wirklich versuchen, sich für die Musik zu begeistern. Nicht zu Unrecht haben Matmos Künstler wie Björk und Thom Yorke inspiriert und produziert. Und es gibt viele lichte Momente, in denen man felsenfest davon überzeugt scheint, dass es einen jetzt gepackt hat, wenn sich aus einem Notenquark von zehn Minuten die Säurebeats zu großartigen Stücken wie „Civil War“ schraubt. Aber diese Momente verglühen leider viel zu schnell, in übermalten Porno- Videos beispielsweise. Und das im Centraltheater, das wirklich Applaus für so viel Mut zum Stilbruch mit sich selbst verdient. Leider scheitert das Experiment, und vielleicht auch einfach nur, weil der Sinn für Improvisation an diesem Abend falsch ausgewürfelt wurde. Dazu zählt ja auch, dass Improvisiertes groß scheitern kann.





















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