Fleet Foxes 25.05.2011 // Berlin – Columbiahalle
Wirft man sich bei so manchem Konzert ungestüm ins Vergnügen und ist ab der ersten Minute ganz auf das folgende Spektakel eingestellt, musste sich der geneigte Fan beim Berliner Konzert der Fleet Foxes zunächst auf eine doch etwas längere Geduldsprobe einstellen. Nach verspätetem Einlass wurde das zahlreich anwesende Publikum in der mehr als gut gefüllten Columbiahalle erst einmal Zeuge vom Soundcheck von Josh T. Pearson, der durch seinen Zottelbart murmelte und über eine Viertelstunde lang bemüht war die Monitore zum Mitmachen zu bewegen. Während Techniker des Rätsels Lösung suchten, machte sich Pearson derweil daran schon einmal die Kommunikation mit den Fans anzukurbeln und warf ihnen kleine Brocken zu, die diese zunächst mit Zurückhaltung, dann aber mit Zuneigung empfingen.
Auch während des eigentlichen Sets blitzte der Humor hier und da auf und Pearson probte den Monolog auf Deutsch, der ihm sicherlich viel Sympathie einbrachte. Musikalisch bot er allerdings weniger Unterhaltung und verlor sich und vor allem zunehmend die Aufmerksamkeit der Zuschauer, die die langatmigen Songs zwar duldeten, aber ihnen nicht gerade mit Euphorie begegneten.
Kaum war das Set der Fleet Foxes angebrochen, spürte man wie munter alle Anwesenden in der Halle doch eigentlich waren. Das in die höhe geschnellte Interesse an der Musik der Band zeichnete sich ebenfalls durch die Verlegung des Konzerts aus. Die große Nachfrage nach Karten sprengte schon bald die Kapazitäten des Astras und es wurde kurzerhand ein neuer, angemessener Ort gefunden. Leider entpuppte sich der größere Schauplatz aber auch als ungünstige Wahl, was den Sound anging. Technische Probleme machten sich nicht nur im Set von Josh T. Pearson bemerkbar, sondern fanden auch den Weg in die Show der Fleet Foxes. Dieses Dilemma war der Band offensichtlich unangenehm, aber brachte sie glücklicherweise nicht aus der Fassung.
Vielleicht lag es auch am sehr warmherzigen Empfang der Zuschauer, die es sich trotz der Situation nicht nehmen ließen die Songs zu feiern, ihrer Entzückung freien Lauf zu lassen und sich ungeachtet der kleinen Turbulenzen einen schönen Abend zu machen. Die Gnädigkeit wurde dann auch des öfteren mit spontanen Danksagungen von der Bühne aus belohnt. Irgendwann konnte auch nur noch die Ironie darüber hinweg täuschen, dass es ein klanglich perfekter Abend war und so bemerkte die Band laut denkend "Even the dancers didn't show up..." und ernteten dafür größes Gelächter.
Im rund 1,5 stündigen Set gab es dennoch allerhand Glanzpunkte, die genügend Erklärungen dafür liefern dürften, warum die Fleet Foxes ganz zurecht auf der Seite des Ruhmes stehen und sich einer stets wachsenden Beliebtheit erfreuen. Hatte man doch anhand der Setlist das Gefühl mit jedem Song ein weiteres Bonbon zugesteckt zu bekommen. Neben den üblichen Verdächtigen des Debüts, wie "Mykonos", "White Winter Hymnal" oder auch "Tiger Mountain Peasant Song", versprach auch das neue Material des Nachfolgers "Helplessness Blues" einiges an großen Momenten. Das Hymnenhafte beherrscht die Band ohne Frage mit links und weiß um die Stärke des mehrstimmigen Gesangs, der den ohnehin schon schimmernden Songs noch das i-Tüpfelchen aufsetzt und sie weiter nach oben trägt. So konnten sich auch die Berliner und alle extra für den Abend Zugereisten ganz entspannt davon einwickeln lassen und im Schummerlicht ein wenig mit den Füßen über dem Boden schweben.





















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