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Friska Viljor04.05.2011 // Erlangen – E-Werk

Die Auswahlkriterien für Supportbands mögen für Außenstehende nicht immer ganz nachvollziehbar sein, aber hier liegen sie geradezu auf der Hand. Markus Bergqvist alias William The Contractor ist nämlich praktischerweise auch Schlagzeuger bei Friska Viljor und treuer Trinkkumpan von Joakim Sveningsson und Daniel Johansson. Da gebietet es quasi die Familienehre, dass er den Abend in der proppenvollen Clubbühne des Erlanger E-Werks eröffnen darf.

Eine gute Wahl, denn der einzige Schwachpunkt im Set von William The Contractor liegt in der Kürze. Nach knappen 25 Minuten ist schon wieder Schluss, was sehr schade ist, zumal Markus Bergqvists Soloprojekt ziemlich exzellent ist. Zupackende Americana-Songs, geschult an Johnny Cash und vorgetragen mit kräftiger, warmer Stimme. Ein vielversprechender Auftakt jedenfalls, der den dringenden Wunsch weckt, einmal ein Konzert mit William The Contractor als Hauptact zu sehen.

Ob die folgende, doch recht lange Umbaupause dann dem Umstand geschuldet ist, dass Markus Bergqvist ein wenig Ruhe vor seinem zweiten Auftritt benötigt oder doch eher damit begründet werden muss, dass die beiden Protagonisten von Friska Viljor nicht allzu fit sind, lässt sich nicht genau sagen. Allerdings sehen Daniel Johansson und Joakim Sveningsson, dessen Stimme außerdem sehr angeschlagen klingt, schon beim Betreten der Bühne recht abgekämpft aus. Kein Wunder, denn immerhin ist die Tour fast zu Ende und die Schweden sind nicht gerade dafür bekannt, einem zünftigen Aftershow-Gelage aus dem Weg zu gehen. Wer sich den Exzess auf die Fahnen schreibt, muss eben manchmal ein wenig leiden.

Trotz allem liefert die in Quintettstärke angetretene Band eine mitreißende, höchst unterhaltsame Show ab. Spätestens bei “Wohlwill”, dem zweiten Song, tobt die ausgelassene Menge - ein Zustand, der sich bis zum Schluss nicht mehr ändert. Keine allzu gute Idee ist es jedoch, im Mittelteil des Konzerts einen Block mit mehreren langsamen Songs einzubauen. Fast ein wenig fade droht es da zu werden, ehe ab dem grandiosen “Useless”, das live nicht ganz so phantastisch und opulent ausfällt wie auf “The Beginning Of The Beginning Of The End”, die Handbremse rechtzeitig gelöst und nicht wieder angezogen wird. Am Ende begeisterter Jubel und fröhliche Gesichter überall.

04.05.2011 // christoph
 

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