Mikrokosmos23Hamburg, Molotow

von Maximilian Römer · 16.04.2011

In letzter finden immer mehr deutschsprachige Bands ein Zuhause im Molotow in Hamburg. An diesem Abend Mikrokosmos23. Auf der Reeperbahn tummeln sich feierwütige Touristen und peinliche Junggesellenabschiede, also schnell rein in die Meanie Bar, die sich gegen 10 Uhr dann auch immer mehr füllt. An diesem Abend gibt es wieder Jugendzentrum-Stimmung auf Hamburgs Rotlichtmeile, denn diese Band, die sich eigentlich dem DIY verschrieben hat, wirkt hier ein wenig fehl am Platz. Vielleicht liegt es daran, dass man sie eher in Jugendzentren oder verrauchten Konzerthäuschen antrifft, als in dem Club in dem sich mittlerweile die Indie-Prominenz die Klinke in die Hand gibt. Dass das Konzept dennoch aufgeht, soll sich nach knapp eineinhalb Stunden bewiesen haben.

Verdient hat die Band diese Bretter in jedem Fall. Nachdem Sie mit Memorandum ein Album abgeliefert haben, dass von allen hochkarätigen Musikzines gelobt wurde und auf etlichen selbstorganisierten Touren zeigen konnten, dass sie eine Band sind, die sich eigentlich zum live spielen besser eignet, als im Studio zu sitzen, sind sie nach 1 ½ Jahren Abstinenz wieder in Hamburg anzutreffen.

Eröffnet wird das Konzert mit einigen Stücken, des 2010 erschienenen zweiten Albums, bevor einige Stücke der „Als wir jung waren ist jetzt“-EP folgen. Schlagzeuger Tom drischt dabei mit einer solchen Innbrunst auf seine Drums ein, dass die Gitarren teilweise komplett untergehen. Sei es nun Wut oder Hingabe. Die Dresdener Band hat etwas im Bauch, was es nach außen zu tragen gilt. Jeder Akkord, jeder Ausbruch in der Stimme wird hier mit einer Authenzität vorgetragen, die keinen Zweifel daran lässt, dass diese Band etwas mitzuteilen hat. So muss Post-Punk klingen. So ehrlich, so leidenschaftlich und vor allem so laut. So kann man gegen Ende des Sets vom Schlagzeuger auch ein „Ey, meine Kondition verlässt mich gleich“ vernehmen. Nach Beendigung des Sets, gibt es noch zwei Zugaben. Als letztes Stück gibt Gitarrist und Texter Peter Löwe den Songs „Irland“ zum Besten. Nur er und seine Gitarre. Jetzt ohne Schlagzeug vernimmt man ganz klar die Brillanz der Texte, die Wortspiele und Andeutungen, welche die Band so besonders machen und vom Reste der deutschen Musikszene deutlich abheben. Eine solche Stimme kann man ebenfalls vergeblich suchen.

1 ½ Stunden später ist dann wieder Ruhe. Die Ohren dröhnen. Jetzt gilt es sich schnell durch die pöbelnden und gaffenden Touristen nach Hause zu schieben. Nur um dann noch mal diese außergewöhnlichen Platte dieser außergewöhnlichen Band zu hören!

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