Teitur24.03.2011 // Erlangen – E-Werk
So enden Konzerte normalerweise: Der Protagonist kommt noch ein letztes Mal auf die Bühne und gibt alleine ohne Band eines seiner bekanntesten Stücke zum Besten. Bei Teitur allerdings beginnt der Abend in der gut gefüllten, aber nicht ganz ausverkauften Clubbühne des E-Werks bereits auf diese Weise - allein am Piano mit dem großartigen “All My Mistakes” vom 2006er Album “Stay Under The Stars”.
Erst danach dürfen auch die drei Kollegen - allesamt versierte Recken im fortgeschrittenen Stadium des Musikantentums (der Schlagzeuger trägt sogar eine Sonnenbrille) - mitmischen und finden erst einmal nicht so recht in die Spur. Bei “All I Remember From Last Night Is You” rauscht und knistert es noch ziemlich und überhaupt gehört der Song zu den schwächeren aus dem mittlerweile ziemlich umfangreichen Katalog von Teitur Lassen.
Mit dem wesentlich forscheren “Let The Dog Drive Home”, dem Titelsong des aktuellen Longplayers, ist dann aber alles im Lot und spätestens ab “Freight Train”, einer hinreißenden Aufforderung, das Leben nicht immer nur nach Schablone zu leben, sondern auch mal das falsche Mädchen zu küssen, wenn es die Situation erfordert, nimmt der Abend den vorher erwarteten (sehr guten) Verlauf.
Ein paar Fehler schleichen sich zwar hin und wieder immer noch ein - so fällt Teitur vor “Josephine” die Gitarre aus der Hand und “Louis Louis” klappt erst im zweiten Anlauf, aber all diese kleinen Mankos macht der Musiker von den Färöern mit seinem liebenswerten Charme und den Versuchen, mit seinen Deutschkenntnissen zu glänzen, locker wieder wett.
Und überhaupt: Selbst, wenn alles andere schief gegangen wäre, hätte sich der Konzertbesuch allein wegen des immer wieder sagenhaft schönen “I Was Just Thinking”, bei dem (abgesehen von ein paar wenigen Zuschauern, die hektisch auf ihren Smartphones herumdrücken und versuchen, den Song mitzuschneiden) andächtige Stille im Saal herrscht, schon mehr als gelohnt.





















Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.