Ghost of Tom Joad12.03.2011 // Hamburg – Hafenklang
Ghost of Tom Joad sind eine Liveband! Wer das Münsteraner Trio schon einmal auf der Bühne erlebt hat, der weiß auch warum. Schlagzeug, Gitarre und Bass gehören eben nicht nur auf einen Tonträger gebannt, sondern auch auf die Bühne. Mit der Veröffentlichung von ihrem nunmehr dritten Langspieler haben Henrik Roger, Jens Mehring und Christoph Schneider jedoch ein neues Fass aufgemacht. Etliche Synthies wiegen sich im Einklang mit Bass und Gitarre auf diesem Werk und dies stellt den aufmerksamen Hörer natürlich vor die Frage, wie das Ganze live vorgetragen werden soll, ohne die Besetzung zu wechseln und ohne sich einen Laptop auf die Bühne zu stellen, welcher die ganze Effektpalette abfeuert. Die Sorge, dass die neuen Stücke jedoch ihre Wirkung verfehlen könnten bleibt nach dem Abend in Hamburgs Hafenklang unbegründet.
Eröffnet wird der Abend von Minna von Bahrenfeld, welche in Begleitung ecken- und kantenfreien Poprock mit deutschen Texten präsentiert. Nach einer guten Dreiviertelstunde und einer kurzen Umbaupause eröffnen Ghost of Tom Joad ihr Konzert mit „Renegades of Love“ von ihrem ersten Album „No Sleep until Ostkreuz“. Gitarre, Bass, Schlagzeug – klappt an dieser Stelle noch einwandfrei. Nachgelegt wird mit einigen Songs des zweiten Albums „Matterhorn“ bevor es die ersten Stücke der neuen Veröffentlichung gibt. Auch hier stehen noch die Songs im Vordergrund, welche gitarrenlastig veranlagt sind.
Spätestens bei „Black Musik“ wird klar, dass dieses Album auch live funktioniert. Die Gitarre wird gegen Synthie und Orgel eingetauscht und Bass und Schlagzeug bauen eine Soundwand auf, welche sich nicht einreißen lässt. Während das Hamburger Publikum dem Treiben relativ ruhig zusieht, drischt Schlagzeuger Christoph auf sein Schlagzeug ein, als gäbe es kein Morgen. Stellenweise reicht das Drumming aus um die Fülle eines kompletten Songs einzunehmen. Obendrauf gibt es noch ein Cover von The Police, dann zwei Zugaben. Eine Liveband sind Ghost of Tom Joad defintiv – und Christoph Schneider muss Arme aus Stahl haben.





















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