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Kitty Solaris23.02.2011 // Rostock – Peter-Weiss-Haus

holzverkleidung oben, links, rechts und auch unten, wobei letzteres ja schon ein wenig spezifischer ist; man nennt es wohl parkett – damals wie heute. vorne die bühne, eingerahmt von schweren schwarzen vorhängen; bestimmt mindestens 50 kilo pro seite, vielleicht auch mehr – schätzspiele kommen irgendwie seit einer langen weile nicht mehr besonders gut an, dabei könnten sie das leben bestimmt ungemein erleichtern. in schöner formation sind ein paar stuhlreihen aufgestellt, hier und da noch ein freies plätzchen und ganz vorne vor der bühne noch ein paar tischchen, leider aber ohne beleuchtung. gedämpftes licht, wohlige wärme und ein teppich von gemurmel durchziehen den hohen, geräumigen raum in welchem früher der deutsch-sowjetischen freundschaft gefrönt wurde. diesmal ist es jedoch die freundschaft zu kitty und deren musik, die uns ins peter-weiss haus stürzen lässt, aber auch ein bisschen die beißende kälte.

und ganz plötzlich eilt kitty auch in rasantem schritt auf die bühne und zack, da steht sie nun: roter pulli, roter schuhe, rot-weißer rock und rotwein, das allein mit ihrer gitarre und beginnt zu singen. immer kleiner wird der geräuschwust, letztendlich fallen fast alle in angenehmes schweigen und ein gefühl der zufriedenheit stellt sich ein. dann, mit dem dritten song, ist die präsens von kitty und band vollkommen.

doch irgendwann kommt der wendepunkt. langsam und schleichend mischt er sich unter die zuhörende menge. sitzreihen leeren sich und das grüppchen um die bar wächst zur gruppe heran. die anfängliche spannung entspannt sich relativ schnell und der geräuschteppich verlagert sich von der bühne wieder zurück aufs publikum. selbst kittys tanzambitionen besonderer art führen nicht wirklich zur anfänglichen aufmerksamkeit zurück.

trotz allem ist es keine unangenehme atmosphäre die sich breit macht, immerhin scheinen die menschen von der technik aufgewacht zu sein und spielen jetzt auch ein bisschen mehr mit den lichteffekten herum, nur liegt der fokus eines großteils des publikums mittlerweile nicht mehr wirklich auf der musik. bei lauteren liedern wie jesus, table for dancing oder my home is my disco ist es noch möglich, teilweise lauter als das restliche gemurmel zu sein, aber spätestens bei dem song winterday wird kitty von den gesprächen aus dem publikum übertönt. sehr schade eigentlich, denn obwohl sie einräumt „noch ein wenig matschig vom vortag zu sein“ ist auf der musikalischen seite alles prima. nur die stimmung ist jetzt einfach irgendwie kaputt und es scheint auch überhaupt keine rolle mehr zu spielen wer vorn auf der bühne steht. während der vom publikum zögerlich geforderten zugabe rolle ich den beweglichen heizkörper neben meine beine. kalt ist es irgendwie geworden und meine gedanken kreisen schon um den eisigen heimweg. Zudem frage ich mich ob ich wohl happy in the night sein werde.

sorry kitty, es ist nicht deine schuld, aber irgendwie war wohl nicht tag des tollen publikums.

23.02.2011 // moni
 

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