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Cold War Kids11.02.2011 // Berlin – Lido

Dass es im Berliner Lido gemütlich ist, das weiß der Besucher bzw. wird es im Verlaufe eines Besuchs schnell feststellen. Gemütlichkeit hat leider aber auch zur Folge, dass diese das nötige Maß an Spannung vermissen lässt. Auch die Cold War Kids konnten diese nicht so recht bei ihrem Gastspiel vor Ort aufbauen. Zwar waren die Karten für das Konzert schon länger vergriffen, jedoch schützt das manchmal eben auch nicht davor, dass der Funke nicht den Weg von der Bühne in den Zuschauerraum findet und sich dort glühend entlädt.

Dabei konnte während des Sets kein wirklicher Vorwurf an die Band gerichtet werden, sie würden nicht probieren ihre energische Seite zu präsentieren oder das Publikum dazu animieren sich in Bewegung zu setzen. Die Band griff sogar so beherzt zu ihren Instrumenten und legte einen Meter nach dem anderen zurück, dass sie sich unzählige Male in die Quere kamen und kleine Reibereien die Folge waren. Hier ein lockerer Fußtritt in Richtung Bühnenkollegen und da ein kleiner Rempler plus kleine Verfolgungsjagden - wirklich umsichtig gingen sie nicht miteinander um. Dafür war dann zwischendurch aber wiederum auch etwas Nähe drin und es wurden die Köpfe zusammengesteckt.

Knapp über ein Dutzend Songs fanden den Weg auf die Setlist, wovon sich gleich sechs Lieder vom letzten Album "Mine Is Yours" einen Platz auf eben jener erkämpfen konnten. Zu kämpfen hat aber auch die anwesende Menge, denn es zeichnete sich besonders bei den neuen Stücken eine deutliche Zurückhaltung ab, die erst wieder die Kurve nach oben bekam, wenn die Band sich älterem Material wie "Hang Me Up To Dry" oder "Audience Of Hope" zuwandte. Das etwas resignierte Verhalten der Fans wollte den Abend einfach nicht so recht in den gewünschten Schwung kommen lassen, wobei Cold War Kids jedoch auch ihren Teil dazu beitrugen.

Zwar wirkte das Quartett locker und zumeist temperamentvoll, aber an vielen Stellen eben auch zu routiniert und mit zu wenig wirklicher Spielfreude gesegnet, wobei die spürbare Selbstsicherheit auf der Bühne leider gleichermaßen die erhoffte musikalische Leidenschaft lähmte und nur oberflächlich die Emotionen in Wallung brachte. Der fehlende Biss fehlte über weite Strecken und konnte auch durch kleine Lichtblicke nicht darüber hinweg täuschen, dass die Band nur mit einem musikalischen Kopfstand oder einer Kehrtwende noch etwas daran hätte andern können. Diese waren aber zumindest für den Abend im Lido weit und breit nirgendswo aufzutreiben, so dass nach Konzertende einige leere Gesichter im Scheinwerferlicht deutlich wurden.

11.02.2011 // annett
 

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