kyr records Christmas Party18.12.2010 // München – Kranhalle
kyr records, eigentlich nur gegründet, um das debutalbum von mexican elvis herauszubringen, beheimatet mittlerweile auch die künstler containerhead und joasihno. zusammen mit dem singer/songwriter sir simon battle aus berlin wurden nun einjähriger labelgeburtstag und weihnachtsfeier zusammengelegt, um in der münchner kranhalle einen überblick über das labelroster zu geben.
zu beginn schlurft sir simon battle, von aussehen und erscheinung her ein erlend oye in jünger, mit zwei gitarren und bass auf die bühne, um die songs seines schon etwas älteren albums 'battle' als trio zu interpretieren. das ist schwelgerisch und lässt sich erstaunlich gut von den auf platte dominierenden akustikgitarren auf die e-gitarre übertragen. als er sein mobiltelefon anschließt, um einige songs mit programmierten beats zu unterlegen, kommt er natürlich nicht umhin, seine nummer zu verraten – und natürlich aber zu bitten, nicht während der songs anzurufen. selbstverständlich nimmt man rücksicht und kein handygeklingel unterbricht 'credit cards and trains' oder, passend zum anlass, 'birthday, christmas, new year'.
volles kontrastprogramm bei containerhead: sechs leute auf der bühne, zwei bassisten, drei gitarristen und ein xylophon, kein sänger. dementsprechend lautet jazz oder postrock die devise, und nach wenigen tönen ist klar: hier werden ruhige parts á la mogwai mit heftigem stoner rock-geriffe verbunden. als wären drei gitarristen noch nicht genug, betritt sir simon battle noch einmal die bühne und bearbeitet die vierte gitarre. keine einzige ansage der band, hier wird volkommen die musik in den vordergrund gestellt. psychedelisch reitet die band gerne einmal mehrere minuten auf einem riff herum, und man würde ihnen fast empfehlen, entweder doch einen sänger oder etwas mehr filigranität in die band zu lassen. was anfangs massiv und intensiv klingt, nimmt auf dauer leider an spannung ab. zeit, sich einen glühwein und plätzchen zu genehmigen (wir sind ja auf einer weihnachtsfeier!) und auf den headliner des abends zu warten.
mexican elvis, mit ihrem albun 'john frum alaska' gerade in aller munde, liefern als abschluss des abends lupenreinen gitarrenpop ab. peter hall, den es aus london nach münchen verschlagen hat, schrammelt leidenschaftlich und nimmt seine position als frontmann perfekt wahr. natürlich singt er als gebürtiger brite akzentfrei, und leise gedanken beginnen den zuhörer zu beschleichen, dass vielleicht die sprachbarriere einigen deutschen, aber englisch singenden bands den erfolg außerhalb des eigenen landes verwehrt. tatkräftig unterstützt wird die band dabei von einem chor, dessen mitglieder die münchner indie-szene stellt. unter anderem sind missent to denmark und candelilla mit dabei. eindeutiges highlight sind der opener des albums, 'he spent three years trying to enter the eurovision song contest' und die single 'the washington d.c.', die von missent to denmark als „definitiv in den top 5 des jahres“ angekündigt werden.
das licht geht aus, ein letzer blick auf die bühne: ein weihnachtsbaum leuchtet einsam vor sich hin.





















Kommentare müssen nach dem Absenden per E-Mail bestätigt und aktiviert werden. Achtet daher bitte auf die korrekte E-Mail-Adresse. Kommentare die in der Vergangenheit schon einmal aktiviert wurden, werden sofort veröffentlicht.