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Foals07.12.2010 // München – Backstage

entweder mgmt und foals haben denselben manager, der absichtlich für doppeltermine sorgt, oder es handelt sich um irren zufall. auf jeden fall spielen beide bands nach 2008 auch dieses jahr wieder am selben abend, was damals wie heute vielen szenehelden wohl einiges kopfzerbrechen bereitet hat. für beide bands hieß es dieses jahr, sich mit dem zweiten album einen dauerhaften platz im pop-olymp zu sichern, und nachdem sie mit viel mut am nachfolger gefeilt hatten, verstörten mgmt mit 'congratulations' ihre fans fast komplett, während foals mit ihrer ruhig-atmosphärischen herangehensweise an ihre stil-trademarks weiterhin für euphorische verzückung sorgten.

das backstage ist fast ausverkauft und im begriff, sich gerade fertig zu füllen, da betreten the invisible bereits die bühne. letztes jahr mit ihrem debut für den mercury music prize nominiert, fliegen sie immer noch unter dem radar der musikszene, unverdient, wie man sagen muss. man fühlt sich an tv on the radio erinnert (wobei dave okumu später behauptet, nie etwas von dieser band gehört zu haben), die gitarre hallt endlos, bass und schlagzeug grooven unerhört und stolpern bewusst von zeit zu zeit über einen schiefen takt. sehr sympathisch, aufs erste hören schwer zu fassen, aber mit bewusstem pop-appeal heizen the invisible weniger ein als sie die menge berauschen und für das feuerwerk der foals vorbereiten.

die menge ahnt es bereits: eröffnungssong wird wohl 'blue blood' sein, der opener vom neuen album, und tatsächlich wird die bühne in blaues licht getaucht, bevor foals mann für mann auftauchen. im gegensatz zur studio-version spielt das schlagzeug absolut gegen den beat, und man ist kaum sicher, wo im song man sich befindet. yannis philippakis singt leidenschaftlich, während sich seine gitarre mit der von jimmy smith vermischt und um das arrangement herumflirrt. groß, leidenschaftlich und direkt ist das, und nach nicht mal 2 minuten konzert schon die erste gänsehaut: wunderbar.

waren foals 2008 noch eine recht krachparade (nicht nur die songs selbst, sondern auch zwischen den stücken wurde ordentlich rabbatz gemacht), ist heute alles wohl geordnet und atmosphärisch verdichtet. viele songs beginnen nicht wie auf platte, und man ist immer im unklaren, zu welchem hit denn dieser beat oder jene gitarrenmelodie gehört. die menge ist wie hypnotisiert von den neuen stücken, da ertönen schon die ersten klänge von 'olympic airways', einem ihrer größte hits, und man merkt, dass heute auch getanzt werden will. man lässt sich nicht bitten, foals feuern ein feierwerk des off-beat ab und das publikum verliert die kontrolle. schade ist leider, dass die geschwindigkeit der alten hits ein wenig heruntergefahren wird, damit sie besser zu den neuen, sowieso getrageneren stücken passen, aber die menge lässt sich nicht verwirren. es folgen 'miami' und 'cassius', und war man gerade noch in der vorderen mitte der halle, hat sich nun durch die tanzenden körper alles vermischt und man findet sich in den ersten reihen wieder.

nach dieser schweißtreibenden phase kündigt yannis philippakis 'after glow' an, „this song is about crystal meth“. die zeile „because you were better than whatever came before“ macht nun plötzlich sinn, und man wird sich bewusst, wie düster und magisch die welt dieser oxforder im vergleich zu anderen britischen hype-bands ist. großer respekt dafür, sich nach einem so erfolgreichen debut nicht anzubiedern und mit dem altbekannten stil weiterzumachen, sondern sich auf neues und experimentelleres einzulassen. der beweis, dass foals auch ohne 150 bpm und zum tanzen drängenden drums funktonieren, ist hiermit nicht nur auf platte, sondern auch live erbracht. 'electric bloom', auf dem erstling eigentlich eine der wenigen ruheinseln, wird heute abend zum stück der absoluten extase. philippakis bekommt eine trommel hingestellt, drischt wie wild darauf ein und proklamiert mit der menge „it's just another hospital“, klettert auf die boxen auf der linken seite, schaut wild umher, kletter rechts auf die boxen, versucht sich kurz an einem gestänge entlang zu hangeln, wirft seine drumsticks von dort auf die bühne, kehrt von der box zurück und drischt noch wilder auf die trommel.

es folgen 'spanish sahara' (man merkt wie wichtig dieses stück für die band ist) und '2 trees', die atmosphäre wird zum schneiden dick, da ist das konzert schon vorbei. man lässt sich ein wenig zeit bis zu den zugaben, aber schließlich fehlt ja noch 'this orient'. es wird sich artig bedankt und gleich mit 'hummer' gekontert, hart, schnell und kurz. zum abschluss folgt 'two steps twice', die gerade erwähnte single wird mal ausgespart.

foals laden noch zur aftershowparty ein, und während man auf eben dieser gerade noch zweifelt, dass sie überhaupt kommen werden, taucht philippakis auf und beantwortet fragen, macht fotos und gibt autogramme. ursympathisch, nicht anbiedernd, sondern bodenständig. nach dem heutigen abend ist klar: diese band ist weltklasse. und bezahlt sogar ihr bier noch selbst.

07.12.2010 // jakob
 

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