Villagers15.11.2010 // Berlin – Lido
reiste conor o'brien im sommer noch allein mit seiner akustikgitarre durch deutschland und spielte ergreifende sets auf kleinen bühnen, kehrte er während seinem erneuten besuch hierzulande mit voller band im rücken zurück und zog dank des lobes über sein album "becoming a jackal" nun auch gleich in größere clubs um. das villagers bandgefüge bestehend aus conor und seinen drei eifrigen, musikalischen freunden füllte den bühnenraum und deutete bereits früh an, dass die erste show als komplette band auf berliner boden um einiges lebhafter werden würde als noch der sommerliche zwischenstopp, bei dem die intensität und größe allein durch sechs gitarrensaiten und conors stimmliches volumen erzeugt wurde.
einen intensiven und überzeugenden eindruck haben villagers auch dieses mal wieder hinterlassen, wenn auch in anderer form und mit einer setlist, deren inhalt einen ersten blick auf neues songmaterial versprach. abseits vom pulsierenden tourleben wurde allem anschein nach fleissig an neuen songs gearbeitet, die in ihrer qualität die testphase längst überschritten haben müssen. schließlich wurde gleich zu beginn einer von ihnen, nämlich "new found land", zum besten gegeben. in der mitte des sets gesellte sich dann noch "memoir" hinzu und stimmte die erwartungshaltung an kommende musikalische lebenszeichen aus dem hause villagers mehr als versöhnlich.
im berliner lido erhielten die bereits bekannten songs vom debüt "becoming a jackal" eine auffrischung und wirkten dank vollstem einsatz der band teilweise um einiges belebter und aufmüpfiger als auf platte. das energie-level wuchs besonders bei songs wie "pieces" oder "that day" in beachtliche höhen, jedoch musste man zu keiner sekunde eine überstrapazierung der interpretationen fürchten. an passenden stellen wurden leidenschaftlich vor allem tempo und lautstärke angezogen, dann wiederum gedrosselt, um dem gefühl in seiner schlichtesten form die nötige ausdruckskraft zu verleihen. dabei hatte die präzise vortragsweise der songs und die starke stimmliche darbietung zur folge, dass das publikum förmlich an conor o'briens lippen hing und in besonders ruhigen momenten fast schon andächtig still verharrte, ihm aber damit auch den wohl größten respekt zollte, den es zu geben hatte.
ein wenig erinnert das singverhalten o'briens an einen chorknaben, der mit hochgerektem kinn so inbrünstig einen song nach dem anderen singt und den folgenden applaus artig und auf fast schon schüchterne weise annimmt. wirkt er während der songs hochkonzentriert und sicher, kommt in den kurzen pausen eine leicht hibbelige, nervöse seite zum vorschein, die auf der sympathieskala aber eher pluspunkte bringt. bescheiden richtet er seine ansagen ans publikum und lässt kurzzeitig seinen humor aufblitzen, so dass sich das publikum gut aufgehoben zu fühlen scheint. vor dem finale mit den zwei zugaben "twenty-seven strangers" und "ship of promises" huldigt die band dann noch neil young und spielt eine gelungene cover version seines liedes "old man". das ständige touren seit der veröffentlichung von "becoming a jackal" hat bisher keine spuren bei der band hinterlassen, und wenn doch, dann nur im positiven sinne, denn sie präsentierte sich in berlin als brilliant funktionierende einheit, die den spaß beim spielen deutlich sichtbar nach aussen trägt. es würde kaum verwundern, wenn villagers beim nächsten halt in berlin schon wieder ein paar stufen höher auf der erfolgsleiter geklettert wären.





















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