Swing It!29.11.2010 // Bamberg – Morph Club
Wintereinbruch und Konzertabsagen im ganzen Land - zum Glück hat es der Tourbus von Winter Took His Life, Bobby Baby und The Preacher & The Bear trotz aller wetterbedingter Widrigkeiten bis nach Bamberg geschafft. An knifflige Situationen hatten sich die vier Schweden auf ihrer gemeinsamen Konzertreise schon gewöhnen können: Gleich in der Nacht nach dem ersten Auftritt war Ella Blixt auf die am Boden liegende Brille ihrer Kollegin Elin Piel getreten und auch der Schweizer Zoll bereitete den sympathischen Skandinaviern einige Probleme.
Im Morph Club erwartet die drei jungen Damen und den Herrn keine weitere unangenehme Überraschung, sondern eine für einen Montagabend in einer Kleinstadt beachtliche Anzahl an Zuschauern, die sich über ein so einfaches wie gelungenes Konzept freuen dürfen. “Swing It!” baut nämlich nicht auf eine lineare Abfolge, bei der eine Band - wenn man angesichts zweier Ein-Frau-Projekte und eines Duos überhaupt von “Bands” sprechen kann - nach der anderen ihr Set abspult, sondern setzt vielmehr auf ein buntes Durcheinander. Will heißen, dass alle vier Musiker an allen Songs beteiligt sind und praktisch nach jedem einzelnen Stück Plätze und Instrumente getauscht werden. Besonders reizvoll ist das deswegen, weil auf diese Weise die Unterschiede zwischen den einzelnen Beteiligten bestens zur Geltung kommen und trotz einer Konzertdauer von knapp zwei Stunden niemals auch nur ansatzweise Langeweile aufkommt.
Elin Piel, die zusammen mit Fredrik Pettersson das Duo The Preacher & The Bear bildet, übernimmt die Rolle der Stimmungskanone. Ein wenig zu laut ist sie, sehr witzig, äußerst trinkfest und nebenbei auch beeindruckend stimmgewaltig. Die Songs von The Preacher & The Bear sind stark von Country und Bluegrass geprägt und heben sich in ihrer meist recht forschen Art von den Stücken der wesentlich ruhigeren Ella Blixt ab. Obwohl sich diese unter dem Namen Bobby Baby dem Indie-Folk verschrieben hat, klingt doch immer wieder ihre Vorliebe für Elektronik und Soundbasteleien durch, die sie in erster Linie in ihren beiden anderen Projekten Bobby & Blumm und It´s A Musical auslebt.
Susanna Brandin, mit ihrer anderen Band Hunt erst vor zwei Monaten in Deutschland auf Tour, verkörpert unter ihrem Moniker Winter Took His Life Songwriting von klassischem Zuschnitt. Als Referenz darf da ohne Weiteres der junge Conor Oberst herangezogen werden - wie er besitzt auch Susanna Brandin ein schier unfehlbares Gespür für melancholische Melodien und zu Herzen gehende Lyrics. Da ist es nur konsequent, dass es ihr nach einem von allen Protagonisten gemeinsam vorgetragenen Cover des Ace of Base-Gassenhauers “Happy Nation” vorbehalten bleibt, mit dem wunderschönen “When You Said You Headed Home” einen rundum gelungenen Abend zu beschließen.





















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