The Pains Of Being Pure At Heart28.11.2010 // Köln – Luxor
Die Geduld der angereisten Zuschauer wird an diesem Sonntagabend schon auf eine etwas härtere Probe gestellt. Obwohl keine Supportband angekündigt ist und der Einlass schon um 20.00 Uhr beginnt, lassen sich die Protagonisten doch bis kurz vor zehn Zeit, bevor sie dann endlich die Bühne des nur mäßig gefüllten Luxor betreten. Der Hype, der noch beim letztjährigen Auftritt des sympathischen Brooklyner Quartetts an gleicher Stelle veranstaltet worden war, scheint verflogen. Dennoch weicht jeglicher Unmut des geneigten Publikums spätestens, als die Pains Of Being Pure At Heart, live wie üblich verstärkt durch einen zweiten Gitarristen in Person von Christoph Hocheim, zu den ersten Akkorden von „This love is fucking right“ ansetzen. Die äußerst druckvolle, unwiderstehliche Melange aus Shoegazer und Dream- Pop zündet von Beginn an und ohne viele Worte werden Hits des selbstbetitelten Debüts wie „Young Adult Friction“, „Come Saturday“ oder „Everything with you“ im Minutentakt aneinander gereiht, die selbst dem standhaftesten Bewegungsverweigerer ein Zucken im Knie abnötigen.
Gerade bei dieser Art von Musik, die ihre Dynamik aus dem Zusammenspiel von effektverstärkten, sich überlagernden Gitarren gewinnt, kann es bei schlecht ausbalanciertem Sound auch schon mal zu einem mittelschweren Fiasko kommen. In diesem Fall muss man dem Tonmann aber ein ausgesprochenes Kompliment machen. Dank der großartigen Aussteuerung, gelingt es Sänger/ Gitarrist Kip Berman und Chris Hocheim spielerisch die zuckersüßen Harmonien in dichten Gitarrenwänden zu verstecken, Peggy Wangs Keyboard und Backing Vocals kommen etwas leise, aber trotzdem pointiert zur Geltung.
Neben Altbewährtem spielen die New Yorker auch neues Material wie „Say No To Love“ oder die Vorab Single „Heart in your heartbreak“ als Appetithappen auf das im Frühjahr erscheinende Zweitwerk „Belong“. „Stay Alive“, vielleicht einer der besten Shoegazer Songs aller Zeiten, erweist sich als wirkliches Highlight des gut 60 minütigen regulären Sets. Die Effektgeräte leisten Schwerstarbeit und alles in allem präsentiert sich die Band deutlich gereifter als noch im vergangenen Jahr. Das ausgiebige Touren trägt hier deutliche Früchte. Nach einer kurzen Pause gibt Berman „Contender“, den allerersten Song der Band in einer Soloversion zum Besten, bevor sich die anderen Bandmitglieder bei „Gentle Sons“ zu einem würdigen, abschließenden Feedbackspektakel einfinden.
Fazit: Die Pains Of Being Pure At Heart haben den Hype überdauert. Das Warten hat sich gelohnt. Ein großer Abend.





















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