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Tame Impala11.11.2010 // Hamburg – Beatlemania

you will never come close to how i feel

schon beim hochsteigen der treppen in den zweiten stock des beatlesmuseums in hamburg tönt uns ein klangteppiche entgegen. die vorband my bee’s garden hat also pünktlich begonnen. beim betreten des für konzerte eher ungeeigneten raums wird schnell deutlich, dass es eine enge veranstaltung wird – eine große menge menschen, die sich verhalten zur musik bewegt und den blick auf die bühne versperrt.

der erste eindruck – roh. die wände – grau. der platz – gering. die beleuchtung – zu hell.

my bee’s garden machen jedenfalls feine musik. new folk, shoegaze und dream pop stimmt die stetig wachsende menschenmenge durch ihr sympathisches erscheinungsbild auf tame impala ein. die interaktion mit dem publikum ist zwar nicht groß, aber auf alle fälle wird man wahrgenommen. pünktlich nach einer halben stunde verabschiedet sich die aus frankreich stammende band und gibt die bühne frei. und schwupps ist auch schon der soundcheckpapi auf der bühne. eine gefühlte ewigkeit bastelt er an den instrumenten herum. damit die eben erworbene stimmung nicht ganz den bach herunter geht, macht sich pflanzlicher rachgeruch breit und man weiß plötzlich wieder warum man auf dem konzert ist. sich mitreißen lassen, in andere welten abtauchen – das war es doch.

endlich, die vier jungs sind auf die bühne gesprungen und ohne nur einen ton von sich zu geben wird auch schon it`s not meant to be losgesphärt. zack – drinnen ist man. das die nächste zeit nicht von wortwitzen geprägt sein wird, ist schon nach den ersten paar takten klar. schließlich geht es hier ums schweben und nicht ums reden. wenn man die augen schließt kann man auch die grauen betonwände vergessen und selbst das von der bar strahlende licht, welches selbst in seiner gedämmtheit immer noch stark wahrnehmbar ist.
trotzdem macht sich das gefühl von gelebter ekstase durch rausch bemerkbar – sehr schön.

der zweite eindruck – es scheint in die richtige richtung zu gehen.

danach wird man von solitude is bliss betüdelt. die erkenntnis des abends wird also schon beim zweiten song ins publikum getragen. you will never come close to how i feel. das glaubt man den jungs sofort aufs wort. immerhin scheint jeder der vier herren, oder nennen wir sie doch lieber jungs, sich durch andere mittelchen in etwaige zustände versetzt zuhaben. über den hell aufgeweckten schlagzeuge, dessen augen nie stillstehen, der bassisst, der mit letzter kraft versucht in seinem gechillten zustand die glüsen aufzuhalten oder der gitarrist, dessen von haaren verhangenes gesicht man nur in besonderen momenten zu sehen bekommt.

sehr schönes schauspiel – musik und band in einer art personalunion.

die folgenden songs sind eine mischung aus aktullen und früheren stücken, allerdings von stark improvisatorischem charakter geprägt. sich ausprobieren scheint der sinn des abends zu sein. alles wird psychedelischer und experimenteller. das grundgerüst der lieder bleibt bestehen, und oftmals scheint eine art coda eingeschoben zu sein um virtuosität und können zu zeigen, bevor wieder in den altbekannten duktus zurückgefallen wird. an der ausgelassenheit des publikums kann man den gefälligkeitsgrad gut messen. vor allem der aus australien mit angereiste fankreis gibt seiner freude lauten und starken ausdruck. aber leider hat man doch zu oft das gefühl auf konzerten neben den falschen leuten zu stehen. nein – volksmusikgeschaukel ist nun mal nicht die universallösung auf tanzprobleme und bewegungsschwierigkeiten, vor allem wenn man seine umgebung damit traktiert. aber zum glück kann man sich in seine traumwelt zurück flüchten und das drumherum halbwegs vergessen machen.

der letzte teil des konzertes ist von treibenden gitarrenriffs und stonermanier geprägt. man erkämpft sich platz und respekt durch gemeines dreinblicken mit schmollmund und kontinuierliches wackeln von kopf und bein – und plötzlich ist es auch schon vorbei. eine knappe stunde dauerte die reise. gesagt haben die tame impala jungs zweimal etwas – ihren namen und danke fürs da sein. zuviel information sind auch nicht gut – schließlich wollen wir ja nur ihre musik. und die war gut – sehr gut.

der dritte eindruck – wir werden noch mehr hören von ihnen.

ausgefallener, experimentierter und vor allem gereifter wird es dann sein.

11.11.2010 // moni
 

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