Electronic Beats - 10 Years Anniversary Party02.11.2010 // Berlin – Tape Club
feiern ist die liebste beschäftigung des hauptstadt völkchens, wenn die uhr auf feierabend zeigt, der anlass einiges verspricht oder die innere ausdauer auf die probe gestellt werden soll. mit einladung feiert es sich obendrauf noch um einiges fröhlicher und wer anfang der woche in besitz einer solchen war, der durfte sich auf zum tape club machen. 10 years of electronic beats und die dazu stattfindene geburtstagsfeier hieß der gebührende grund, warum ein wenig schick machen erlaubt, das gesittete anstehen in der reihe vor dem ort des geschehens pflicht war und das anschließende party-barometer kräftig ausschlug je weiter der abend voran schritt.
verwunderlich war es kaum, dass die gästeliste aus allen nähten platzte und bis ins unendliche reichte, denn das zu erwartende live programm geizte nicht, was qualität und feinste elektronische beats anging. ein geburtstag will schließlich anständig gefeiert werden und deshalb kamen nur zwei acts in frage, die das mit sicherheit garantieren konnten. zum einen lockte es barbara panther auf die bühne, zum anderen versprach das line up mit caribou schon im vorfeld, dass freudentränen durchaus erlaubt und aufgewärmte gelenke für jegliche tanzschritte sogar erwünscht waren. die überschaubare bühne, die mit allerhand equipment vollgepackt war, wurde visuell noch durch eine großflächige leinwand für projektionen ergänzt und von einer baumkrone à la zimmermannsart geschmückt, die auch den zuschauerraum weitläufig überragte. es gab jedoch nicht nur selbstgebastelte deko in holzform zu bestaunen, sondern gleichermaßen selbstgebastelte beats der jeweiligen künstler und letztere in hülle und fülle.
barbara panther lud zum auftakt des abends ein und erschien barfuß im bodenlangen, hochgeschlossenen schwarzen gewand, dessen ärmel sie passend zum rhythmus gerne als schwingen nutze, um ihrem bewegungsdrang den gewünschten raum zu ermöglichen. viel hatte sie davon jedoch nicht und musste sich mit wenig platz auf der linken seite der bühne begnügen. dennoch hielt es sie nicht davon ab ihrer expressiven ader freien lauf zu lassen und wer barbara panther einmal live gesehen hat, der weiß, dass auf kleinem raum einiges bei ihr möglich ist. zu ihrem markenzeichen gehören neben ihrer eindringlichen, teils angriffslustigen stimme ebenso ihre unbändigen und energievollen bewegungen, die das gesamtbild einer künstlerin entwerfen, die ihre ganz eigene vision von club musik verfolgt. mit ihrem album "empire" und ihrer live präsenz schreibt barbara panther ihre definition von elektronischer musik ganz nach ihrem geschmack und hört dabei auf ihre innere stimme. dabei beschwörte sie bei ihrem konzert im rahmen der electronic beats geburtstagsfeier eine vielzahl voodoo-artigen klängen herauf und konnte mit wohl durchdachten klanglandschaften punkten bevor man ihr durch zeichen zu verstehen gab, dass die zeit nur noch für einen letzten song reichen würde.
wenig später waren caribou und allen voran daniel snaith an der reihe das publikum in höchststimmung zu versetzen, jene wurden jedoch zu beginn aufgrund von technischen schwierigkeiten daran gehindert problemfrei in ihr set zu starten. monitore wurden überprüft, die stirn wird in falten gelegt, zwiesprache gehalten und am ende war (fast) alles gut. die kleine verzögerung sollte die stimmung jedoch nicht trüben und so schenkten caribou allen anwesenden einen mitreissenden auftritt als präsent, den daniel snaith mit den worten "let's get on with it!" eröffnete, in der hoffnung alles würde sich zum besten wenden. die bunte trainingsjacke wurde samt den bequemen sandalen in die ecke verbannt und die band spielte im unschuldigen weiß auf. leichte, fiepende intermezzi oder störgeräusche hielten die band nicht im geringsten davon ab sich vehement mit vollem einsatz den songs hinzugeben und seien wir einmal ehrlich, caribou sind profis genug und sich ihrer musikalischen fähigkeiten bewusst, um solche situationen mit bravour zu meistern. während die band mit "swim" auf einer haushohen erfolgswelle schwappt, schwamm das publikum im tape club auf seiner seite hingegen im takt zahlreicher elektronischer beats - sozusagen wie auf den luxuslinern der hohen see.
die setlist bot dabei einen querschnitt durch das vielseitige repertoire einer band, die spielerisch so unglaublich effizient aufeinander abgestimmt ist, dass sie womöglich auch mit verbundenen augen einen ebenso gelungen auftritt hinlegen könnte. bei einem tourplan, der mit jedem tag imposant wächst, ist es umso erfreulicher, dass caribou trotz all der strapazen keineswegs müde geworden sind, mit viel eifer und einer nicht minder heiteren stimmung akribisch zu werke zu gehen. selbst bei dem hohen maß an konzentriertheit, die sie spielerisch an den tag legen, bleibt zwischendurch immer noch zeit genug, dass sich die bandmitglieder untereinander ein breites lächeln zuwerfen oder kleine grimassen schneiden. messerscharfe und präzise ausgeführte prügelattacken auf die schlagzeugfelle, bass-geschwängerte rhythmen und zusätzliche zwischenspiele mit dem tamburin und der rassel bewirkten eine dauerhafte tanzbereitschaft beim publikum. besonders die songs von diesjährigen album "swim" vermochten die zuschauer zu begeistern.
vor "odessa" kreuzte daniel snaith hoffnungsvoll seine finger auf das alles gut gehen würde und die technik spielte ihm zum glück keinen streich, so dass die ausgelassene stimmung weiterhin zelebriert werden konnte. höhepunkte gab es trotz der etwas wackeligen technischen ausgangslage trotzdem zuhauf und das berliner publikum wurde zeuge davon, dass caribou zu den besten gehören, was das elektronische musikgenre derzeit zu bieten hat. anschließend durfte noch ausgiebig mit einigen dj's weiter gefeiert werden. wer besorgt die verdrückten kalorien in form der ansehnlichen cupcakes zählte, die hier und da angeboten wurden, der hatte dank der dj sets genügend möglichkeiten diese wieder auf der tanzfläche abzutrainieren. angesichts der gelungenen feierlichkeiten bleibt zu hoffen, dass diese in ähnlicher manier in den nächsten jahren fortgeführt werden. happy 10th anniversay and many more to come!





















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