Erik Penny26.10.2010 // Berlin – Bang Bang Club
mit "bend" veröffentlichte der wahl-berliner erik penny zu beginn diesen jahres ein weiteres album in der stetig wachsenden liste seines künstlerischen schaffens. den albumtitel wörtlich nehmend, musste man sich auch bei seinem konzert im vollen berliner bang bang club ein wenig biegen, um einen anständigen blick auf die bühne samt dem dortigen geschehen zu erhaschen. auf dieser standen erik penny und seine drei musikalischen mitstreiter in adretter hemden-krawatten-kombination unter dem club schild, welches ab und zu durch den aufgeworfenen luftzug im raum in leichte bewegung gesetzt wurde.
manche künstler ziehen es vor stillschweigend ihre konzerte durchzuziehen, erik penny lässt es sich nicht nehmen zwischen den songs gerne einmal einen schwenk aus seinem leben zu erzählen, witzige anekdoten zum besten zu geben oder sogar die bühne für einen augenblick zu verlassen, um einem zuschauer im raum geheimnisvoll etwas ins ohr zu flüstern, weil dieser sich gerade ausgiebig unterhält. dabei bilden die kleinen geschichten neben den inhalten der eigentlichen songs eine unterhaltsame zugabe, die perfekt ins programm eingebettet stets für allerhand hochgezogene mundwinkel sorgen. herzlich und spontan geht es jedes mal zu, wenn erik penny die bühne betritt und sein auftritt in berlin sollte dabei keine ausnahme bilden. die interaktion mit dem publikum wurde auch dieses mal groß geschrieben und machte die show in vielerlei hinsicht noch liebenswerter.
so erfuhr das publikum im rahmen der bob marley cover version "one cup of coffee" aus erster hand, dass erik pennys onkel ihm damals nicht nur das album, sondern passenderweise auch gleich etwas zum rauchen geschenkt hatte. danksagungen wurden in form von songwidmungen wie zum beispiel an eriks großvater ausgesprochen und es wurde darüber philosophiert, ob die alten alben im vergleich zur letzten veröffentlichung "bend" nicht etwas dürftig ausgefallen seien. in jedem falle präsentierte sich die band im bang bang club erneut in bester spiellaune und hatte nicht im geringsten mühe das publikum um den finger zu wickeln. angesichts der fülle an ohrwurm-verdächtigen songs war das allerdings auch kaum anders zu erwarten. so scheuten sich die fans auch keine sekunde lang bei "under the gun" beherzt den refrain mitzusingen und ließen ihre stimmbänder abwechselnd erst im höheren weiblichen, dann im tieferen männlichen chor schwingen.
zwischenzeitlich wurden feuerzeuge gezückt, bei songs wie "side of the road" mit dem nachbarn getanzt oder das getränk beschwingt in die höhe gestreckt während die band song für song nachlegte. eine aufwärmphase war dafür nicht nötig, denn alle beteiligten waren vom ersten bis zum letzten lied auf den punkt genau mitten in ihrem element. der sichtliche spaß, den die musiker dabei ausstrahlten, übertrug sich deshalb auch in allerkürzester zeit auf den zuschauerraum, so dass ein zugabenblock unvermeidlich war und der kräftige applaus die band schnell zurück auf die bühne holte. auch das musikalische dessert wusste zu überzeugen und wer dieses jahr noch einmal die gelegenheit beim schopfe packen möchte erik penny live zu erleben, der sollte geschwind die beine in die hand nehmen und ihm als support von madsen die ehre erweisen. mit einem beim berliner konzert brandneuen song im live-gepäck stehen alle anzeichen gut, dass erik penny auch im nächsten jahr weiterhin viel von sich hören lassen wird.





















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