I Am Kloot27.10.2010 // Berlin – Postbahnhof
i am kloot scheinen dieses jahr keine gelegenheit auszulassen in berlin zu spielen und zum dank beschert ihnen das ansässige publikum jedes mal auf's neue ein volles haus. die band ruft und schon flitzen scharen an menschen herbei, die sich von der musik einnehmen lassen wollen. das passiert dann auch gerne gleich drei mal im jahr und trotzdem wird es keine sekunde langweilig. i am kloot wissen, wie man ein erinnerungswürdiges konzert auf die beine stellt und so zieht es das publikum automatisch jedes mal dorthin, wo die band ihre songs zum besten gibt. dieses mal wurde der postbahnhof auserkoren und diente als schauplatz bester abendunterhaltung.
ähnlich wie die fans das musikalische repertoire mit jedem album und konzert erneut ins herz schließen, erweisen sich auch die herrschaften von i am kloot als liebenswürdig und bringen ihre wertschätzung im gegenzug zum ausdruck. so verkündet john bramwell gut gelaunt nach einigen songs "we like coming back to berlin and we like you because...you're weird!". die zuschauer fassen diese nett verpackte aussage als kompliment auf. egal auf welche art und weise man "weird" interpretieren möchte, das trio aus manchester strahlt wie jedes mal auf der bühne viel herzlichkeit aus und scheint alles richtig zu machen.
während sie ihren instrumenten eine melodie nach der anderen entlocken und diese sanft auf die ohren ihrer gebannten zuhörer schweben lassen, ist es still im saal und die fast schon andächtige ruhe wird erst nach dem letzten verklingenden ton durchbrochen. i am kloot schreiben seit jeher songs über das leben, singen über den alltag mit all seinen zwischenmenschlichen höhen und tiefen und lassen den hörer daran teilhaben ohne ihn zusätzlich mit fremden sorgen zu belasten. stattdessen stoßen sie auf offene ohren, die sich verstanden fühlen und sich in den persönlichen texten wiederfinden. dabei beweist auch das berliner publikum, dass die spanne dabei von jung über alt oder jungem teenie-päarchen bis hin zum anzugträger reicht, wobei besonders letztere in den ersten reihen entzückt ihre iphones und blackberries schwenken, um einen besonders schönen moment für immer festzuhalten. es kommt aber auch schon einmal vor, dass ein song mit einem begeisterten "woooow" aus dem zuschauerraum quittiert wird und das trifft zumindest die vorstellung der band an diesem abend wie den nagel auf den kopf.
das insgesamt sehr umfassende set wird mit kleinen interaktionen geschmückt, es wird sich mehrmals zugeprostet und "someone like you" wird standesgemäß den fans gewidmet. i am kloot kündigen ihre songs gerne mit den worten "to drinks and disaster!" an, sind dabei aber so weit von einer musikalischen katastrophe entfernt wie kaum eine band. trotz der vielzahl an songs, kommen die zuhörer auch an diesem abend in den genuss eines überaus stimmigen sets, bei dem die band sich ab und zu verstärkung in form von gastmusikern am saxophon, gitarre oder keyboard holt. andy hargreaves an den drums versucht sogar zwischenzeitlich die heitere stimmung mit seiner kamera einzufangen.
so ist es auch nur reine formalität, dass die band sich kaum mehr als ein paar sekunden bitten lässt für ein paar zugaben zurück auf die bühne zu kehren. man hatte sowieso den eindruck sie wollten noch nicht so recht gehen. selbst nach dem konzert ist aber noch nicht schluss und john bramwell verteilt am merchandise stand bereitwillig autogramme, herzliche umarmungen oder nette worte für all diejenigen, die noch nicht genug haben - und das sind viele. kein wunder, denn i am kloot haben den fans zum wiederholten male die gänsehaut auf die arme getrieben, ein frohes gesicht gezaubert und mit ihrem letzten album "sky at night" einen stilsicheren volltreffer gelandet.





















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