Mexican Elvis16.09.2010 // Erlangen – E-Werk
Gratiskonzerte sind immer eine zwiespältige Sache. Einerseits natürlich absolut begrüßenswert, weil es wohl kaum jemanden gibt, der sich nicht über ein wenig gute Musik bei freiem Eintritt freut. Andererseits ziehen solche Veranstaltungen jedoch auch immer einige Zeitgenossen an, die in der auftretenden Band in erster Linie eine Abwechslung zur Hintergrundbeschallung aus der Konserve sehen. Durchaus willkommen zwar, aber nicht wert, die komplette Aufmerksamkeit darauf zu richten.
Mit dem Problem der ständigen Nebengeräusch-Kulisse haben Mexican Elvis bei ihrem Erlangen-Debüt zu kämpfen. Das E-Werk ist zwar rappelvoll, aber das Publikum in der Kellerbühne setzt sich in einem geschätzten Verhältnis von 50:50 zusammen aus Musikinteressierten und Personen, die ihren Begleitern einen ausführlichen Bericht über die eben zu Ende gegangenen Sommerferien abliefern. Gerade ruhigere Stücke wie “Street Lights” oder das auch live ganz hervorragende “Friends” haben es da mitunter schwer, sich gegen mäßig interessante Unterhaltungen einiger Anwesender durchzusetzen. Da kann Peter Hall noch so oft darum bitten, den Sound etwas lauter zu drehen - an ungünstiger Stelle hat man als Zuhörer doch immer eher die Erlebnisse seiner Nebensteherin während deren Praktikum im Schwäbischen im Ohr als die Musik des in München beheimateten Quartetts. Eine ärgerliche Sache, zumal es nicht allzu oft Gelegenheit gibt, eine ähnlich großartige Band wie Mexican Elvis zu sehen. Dank des im Juli veröffentlichten Albums “John Frum Alaska” wurde noch einmal ordentlich an Qualität zugelegt, was sich auch darin manifestiert, dass es während des rund einstündigen Sets keinerlei Leerlauf gibt. Vielmehr ist es so, dass sich sehr gute Songs mit phantastischen Stücken wie “The Washington D.C.”, “He Spent Three Years Trying To Enter The Eurovision Song Contest”, “Amongst Us There´s A Cannibal” und “Drop Hawaii” munter abwechseln und kleinere Unpässlichkeiten wie die fehlende Note auf Maxi Reicharts Glockenspiel locker bewältigt werden.
Insgesamt also ein äußerst feines Konzert - das erkennen schließlich sogar die größten Plapperer an, die munter in den ausdauernden Schlussapplaus mit einstimmen.





















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