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Broken Bells16.08.2010 // Hamburg – Uebel & Gefährlich

Nachdem die gegen Ende ihres Auftritts immer besser aufspielende Vorband Sizarr unter toastendem Beifall die Bühne verlassen hat, werden die Instrumente auf- und abgebaut, und zwar in einem Tempo, als würde ein Ameisenvolk eine Wespe zerlegen.

Für das Arsenal an Instrumenten, das nun für das Konzert von Broken Bells aufgestellt wird, geht der anschließende Soundcheck wirklich schnell von statten, und dann ist auch schon Zeit für Hollywood. Als die Band auf die Bühne kommt, klappt bei vielen sofort der Sucher aus, und es dauert auch nicht lang, bis man gefunden hat, wen man sucht: James Mercer mit dem charakteristisch- notorischen Zucken seiner linken Augenbraue, und Danger Mouse, der alle in Ausstrahlung und Größe gleichermaßen überragt.

Bestimmt nicht wenige stehen hier zum Gesichtergucken im Publikum, und tatsächlich hat man das Gefühl, wenn man sich diese beiden Ausnahmemusiker und ihre Band da vorn ansieht, dass irgendetwas passiert, das über ein normales Konzert weit hinausgeht.
Der kurze Soundcheck wurde bereits beklatscht. Aber in was für einen Klang er dann auch mündet, das ist noch mal eine zweite Erwähnung wird: Wahnsinnig gut. Glasklar und unendlich vielschichtig, möchte man sich das Konzert am liebsten nachher gleich noch mal über die eigenen Kopfhörer anhören.

Aber es dürfte nicht einmal unbedingt an der Musik liegen, denn Broken Bells haben sicherlich nicht die Indie- Platte des Jahres geliefert. Es sind auch nicht unbedingt die Visuals, obwohl es schon fantastisch aussieht, wenn die Band auf einmal mitten im Weltraum steht, in dem Berge und winzige Galaxien friedlich aneinander vorbeischweben. Es sind auch nicht die beiden Ausnahmemusiker auf der Bühne. James Mercer spricht mal kurz über sein Verlangen nach Whisky und steht sonst recht abwesend auf der Bühne herum. Und Danger Mouse sagt schon mal gar nichts, er ist, wie es ein Freund später formuliert „eben auch einfach da“, fast unscheinbar, wenn er eben nicht Danger Mouse wäre und gerade seine Unscheinbarkeit alles andere um ihn herum verschluckte.
Nein, weil all das zusammenpasst, sich zu einem Brei der Zufriedenheit mischt und man eben einfach nur strahlen muss, wenn „Trap Doors“ so unendlich gut klingt, oder wenn die Band zum Abschluss des Konzertes noch ein „High Road“- Jingle gespielt wird, der einem fast den Verstand raubt.

Der Moment des Abends gehört aber: Na wem wohl.
Danger Mouse steht mit dem Gesicht zur Leinwand in einer brennenden Sonne und leitet mit seiner Gitarre auf dem Podest des Schlagzeuges „October“ ein. Ein Bild für die Ewigkeit.

Und wem es nicht gefallen hat, der pöbelt nachher immer noch halbzufrieden: „Naja. Mal James Mercer gesehen.“
Da hat sich das Suchen schon gelohnt.

16.08.2010 // timm
 

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