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Soundlike Festival 201014.08.2010 // Graz – Helmus List Halle

aus irland kommend, hatte ich in graz sonne und sommerliche temperaturen erwartet. leider blieb mir dieser wunsch verwehrt und somit auch allen anderen festivalbesuchern des soundslike festivals. das soundslike das am 6. und 7. august zum ersten mal in graz über die bühne ging, wurde von einem fiesen tief und somit einigen mehr oder weniger heftigen regenschauern heimgesucht.

gestärkt von einem hochkarätigem lineup das es zum ziel hatte, nationale bands in den vordergrund zu stellen und durch internationale headliner das tüpfelchen auf dem i aufzusetzen, konnte man sich im vorfeld aber dennoch auf das open air freuen. auch das städtische umfeld für ein openair festival ist nicht unbedingt usus, hat die vorteile einer einfachen anreise und weniger matsch bei regenwetter.
dass die opener auf festivals sich oft mit dünn gesätem publikum zufrieden geben müssen, konnte auch hier wieder einmal mitverfolgt werden. aby normal eröffneten am freitag das festival, konfrontiert mit gähnender leere. chris magerl, der sich mit bands wie sick of silence oder once tasted life einen namen erspielt hat, tourt seit einiger zeit mit seinem soloprojekt, so stark wie am soundslike haben seine songs aber noch nie geklungen. eine neu zusammengestellte formation die chris songs mit warmen, breiten sound untermalen konnte, hob auch die stimmung sichtlich an, denn das publikum kam nun langsam an und auf touren.

tschebberwooky, the staggers und russkaja. mitreissende show, neue songs und anleitung zum moshpit. das publikum dankte, vermehrte sich und gehorchte russkajas anleitung zum psychotraktor (moshpit) aufs wort. ob die nach russkaja eintretende längere pause zur erholung gedacht war weiß niemand, der stimmung tat sie jedoch nicht gut. ob die leningrad cowboys an diesem abend unbedingt notwendigt gewesen wären, ist zu hinterfragen. coverversionen altbekannter pop- und rockhadern locken heute niemanden mehr hinter dem ofen hervor. so tümpelte die stimmung auch mittelmäßig vor sich hin. auch wenn einige hartgesottene noch zugabe verlangten, diese wurde abrupt vom veranstalter abgewürgt, der die menge zur aftershow party in die halle verlagern wollte, durch den rauen ton ließen sich aber nur wenige dazu überreden. der ton ist auch das stichwort zur party, denn auch in der halle wurden keine sanften töne angeschlagen, was aber nur mehr indirekt am veranstalter lag, vielmehr aber an dem viel zu lauten bzw. schlecht abgestimmten soundsystem.

das prophezeite schönwetter ließ am zweiten festivaltag auf sich warten, auch das schicksal der opener war schon bekannt. jack disconnect und anthem for maverick gaben sich alle mühe die stimmung für favela gold aufzubereiten, der von technischen problemen heimgesucht wurde, diese aber mit acapella auszugleichen wusste. die überraschung dieses abends war cuvée, die nicht nur mit eigenen songs sondern auch mit starken coverversionen (die leningrad cowboys könnten sich hier was abschauen) und stimmgewalt der frontfrau zu beeindrucken wussten.

weniger beeindruckend war die nun folgende kette aus informationspolitik und warten. da bunny lake mit verspätung eintrafen, wurden diese zur aftershow party in die halle verlegt. leider wurde das für viele zu wenig angekündigt und während der über einstündigen wartepause zu iamx traf man auf einige ratlose gesichter. die besucher die sich dem schlechten wetter trotzend in warteposition begaben, wurden dann von chris corner reichlich belohnt. die melodisch-melancholischen songs des briten treffen, lassen einen träumen, sich selbst vergessen.

danch ortswechsel, ab in die halle, bunny lake. gehyped - gefeiert - gefragt. suzy on the rocks und christian fuchs versuchten ihren verspäteten auftritt wett zu machen, feierten mit dem publikum den abschluss des festivals. man konnte sich die beiden eigentlich nur mehr schlecht auf der großen festivalbühne vorstellen, verschmolzen sie doch auf der aftershow-bühne mit dem publikum. und ja, ihre show ist energiegeladen, suzy on the rocks der pol um den sich alles dreht. hätten die tontechniker das problem des vortages erkannt und in den griff bekommen, es wäre die perfekte party geworden.

die nationale bandszene in ein städtisches openair zu packen war ein ehrgeiziges ziel des soundslike festivals. das schlechte wetter und kinderkrankheiten haben heuer wohl einen großen erfolg verhindert. dennoch ist der stadt graz und den österreichischen bands eine fortsetzung dieses projekts zu wünschen, denn im direkten vergleich der heimischen formationen mit den headlinern gab es diesmal keinen gewinner …

info: fotos von beiden tagen gibt es in unserer galerie

14.08.2010 // guggi
 

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