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melt! festival 201018.07.2010 // Ferropolis

melt! festival 2010 – OMeltG! it's number 13, baby!

letztes jahr nach dem melt! war unsere einfache ansage folgende: "fürs nächste jahr gilt: genau so! nur ohne dirty atlantis und ausverkauft schon im juni!". und man kann für das melt! 2010 schon zu beginn zusammenfassend sagen: so kam es dann auch! wenn nicht noch besser! dirty war nur die staubtrockene luft.

Melt! 2010

der freitag und damit tag 1 beginnt mit drückender hitze, pantha du prince und shout out louds. für den hamburger winter-liebhaber ist das dann leider wirklich der falsche slot, genauso wie für das schwedische quintett. passender legt sich marcel dettmann hinein in den sonnenuntergang und lässt das wummern langsam in die adern fließen. black rose am strand werden begleitet vom unwetterleuchten über gräfenhainichen. ein naturschauspiel, das die pfadfinderei-visuals für kurze zeit in die ecke stellt und für noch mehr strandgefühl sorgt.

jónsi entführt einen dann in den isländischen sommer. hier gilt es die augen zu schließen und einfach mit den klängen davon zu schweben. die bunten lichter klatschen gegen die augenlider und langsam läuft das melt! auf hochtouren. wieder auf sand nimmt einen four tet mit spähre und organischen beats weiter mit in die natur. die laser steigen in die nacht. das licht ist an in ferropolis. es kann richtig losgehen.

leider sorgen kele und the xx mit ihren auftritten eher für ernüchterung, schaffen aber unverhofft freiraum im prall gefüllten zeitplan. mit foals folgt dann neben four tet das highlight des ersten tages. bobbel, bassist von missent to denmark sagte vor kurzem über sie: "sind halt schon die beste band, "die wo's gibt"". und man bekommt beim zusehen und zuhören den eindruck, dass er damit recht haben könnte. nach "spanish sahara" wischt man sich den tränenansatz aus den augen. die nacht ist gelaufen. schöner wirds nicht mehr! gerne gesellt man sich da zum strom der hitzegeschädigten zombies auf dem weg zum zelt.

tag 2 schenkt in den frühen morgenstunden die erhoffte abkühlung durch einen leichten regenschauer. ein bisschen ostgut-sleepless-floor, ein bisschen see-geplansche und ein bisschen schluck-den-druck-rave auf dem camping-platz vertreiben einem die stunden bis zu hemmann & kaden. die beiden herren haben die menge vollkommen im griff und setzen hier mit ihrem live-set schon zur frühen stunde eine klare ansage in den abendhimmel. da treffen sich die zwei besten techno/house-alben des vergangenen jahres und lassen die hände gen himmel gehen.

dendemann lässt die hände auch gen himmel gehen, nur ist hier der bewegungstypus mit bouncen zu beschreiben. er hat mittlerweile einen status erlangt, den man ruhig mal koryphäe nennen darf. ein mc welcher beneidenswert gut ist, so jemand lebt dann vor allem im vintage-style mit vokuhila, schnauzer, jeans-jacke, trainingsanzug und metal-gitarre in seinem sonderstatus weiter. selten konnte man beim melt! so herzhaft lachen. dendemann komm nächstes jahr wieder! die wortfetzen "du bist und bleibst mein lieblingsmensch", "ich hätte noch ein system gegen das system" und "hör mal! hör mal melt!" bleiben mit einem grinsen im gehörgang hängen.

da geht es dann auch in ordnung das dOP erstmal langsam anfangen und lieber wodka in offene erste-reihe-münder fließen lassen. als das trio aus frankreich sich das erste groupie auf die bühne holt sind auch hier alle dämme gebrochen. ähnlich läuft es auch bei miike snow ab. die regenschirme und die herzen in die luft. und die gesichter glitzern nicht nur vom gold- und silberstaub. und während wir langsam auf den höhepunkt des abends zurollen zeigt chris cunnigham, eher bekannt als regisseur von musikvideos für aphex twin, björk und madonna, wie es sich wohl anfühlen muss in einem alien-verseuchten spaceshuttle hilflos außerhalb der erde umher zu treiben: kalt, angstgeladen, düster und durchzogen von grünen blitzlichtern.

das highlight der nacht beginnt: der neue godfather lässt wegen seines soundchecks sehr lange auf sich warten, entschädigt aber jede millisekunde wartezeit. jamie lidell, der beste act auf dem melt! 2010.

vier musiker, die vollkommen harmonieren. ein sänger, der vor energie und freude nur so sprüht. zusammen bilden sie eine einheit, die den funk und den soul fühlt, lebt und im publikum verteilt. eine perfekte symbiose und live wohl kaum zu übertreffen. und als mr. lidell ohne band zu beatboxen anfängt und durch seine loops mit, über und neben sich singt, streckt auch der letzte zweifler im publikum seine waffen: dies ist eine offenbarung! eine erscheinung! this is the groove of all grooves.

hercules & love affair folgen nach jamie lidell auf der gemini-stage und nach zwei unglücklichen anläufen aufs melt! in den vergangenen jahren klappt es dieses mal mit dem auftritt. dj shadow holt mit "organ doner" zum abschluß seines sets die neunziger sample-dj-jahre aus dem koffer und versammelt dabei ein beeindruckendes menschenmeer unter den baggern vor der hauptbühne. im ersten morgengrauen folgt ihm das berliner trio moderat. letztes jahr fiel ihr auftritt dank unwetter ins wasser und dieses jahr beschließen sie mit eindrucksvoller visual- und soundshow die mainstage. auch wenn der bass zum schluß etwas zuviel modeselektor ins moderat drückt. danach macht eine legende aus detroit auf der big-wheel-stage die sonne an und den staub in die luft, sein name: carl craig! welch beeindruckendes ende einer großen nacht.

tag 3 hat die rote raupe im kokon verbracht. es war aber bestimmt schön. fürs nächste jahr gilt: genau so!....wünsche bleiben da keine offen.

wobei, ein wunsch bleibt seit jahren offen: die beastie boys auf dem melt!, das würden wir gerne noch erleben dürfen.

18.07.2010 // bene
 

2 Kommentare

Chuck am 20.07.2010 um 23:54 UHR

Super Bericht! Ich fand es diesmal überraschend gut organisiert. Schneller Einlass, kein Bändchenchaos, leere Duschen. Selbst der Sonntag wurde aufgestockt und nächstes Jahr wären 3-Tage wieder eine Überlegung wert.

An Acts sollten noch Ja, Panik mit einem furiosen Auftritt im (fast leeren, aber betanzten) Zelt erwähnt werden. Ebenso hüpftauglich waren Two Door Cinema Club.

Bassmäßig waren Mala und Modeselektor schon sehr druckvoll, aber Kode9 & Martyn hatten dann noch die Portion Swing. Ebenso am Beach gab es dann am Samstag mit Douster die Überraschung. Wilde Beats, mutige Remixe, Trillerpfeifen und Sirenen. Und schweben mit Carl Craig :)

ari am 21.07.2010 um 10:58 UHR

nice nice. sah ich genauso, nur moderat ist und bleibt dann doch mein lieblingsact, dicht gefolgt von hemman und kaden und dOP :)

freu mich schon aufs nächste.

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